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Michael Behnke
Oklahomastraße 12, 66482 Zweibrücken

 

 

Die Freude des Evangeliums

Eine protestantische Lektüre der ersten Enzyklika von Papst Franziskus

 

Papst Franziskus ließ am 24. November 2013 seine erste Enzyklika [1] veröffentlichen, die weltweit eine positive Resonanz erhielt und innerhalb des Katholizismus zu hohen Erwartungen führte und sogar als „Revolution der zärtlichen Liebe“ (Radio Vatikan, 26.11.2013) bezeichnet wurde. In der evangelischen Welt hingegen reagiert man eher mit Zurückhaltung. Vielleicht liegt es daran, dass der Autor bei seinem Ökumene-Kapitel nur die orthodoxen und anglikanischen Kirchen nannte,  jedoch den kompletten Weltprotestantismus mit keinem Wort erwähnte. Die Zeiten scheinen vorbei zu sein, als der zwar den Protestantismus eher ablehnende deutsche Papst Benedikt XVI. immerhin fleißig in seinen Werken aus der evangelischen Theologie zitierte, die er hoch zu schätzen schien. Vielleicht liegt es aber auch an der kategorischen Ablehnung des Priestertums für Frauen, was man/frau ihm übel nahm.

 

Allerdings halte ich es aus vielen anderen Gründen für unabdingbar, dass sich die evangelischen Kirchen mit dieser Schrift beschäftigen, denn immerhin legt hier der neue Papst sein Regierungsprogramm für sein Pontifikat vor: „ ...betone ich, dass das, was ich hier zu sagen beabsichtige, eine programmatische Bedeutung hat und wichtige Konsequenzen beinhaltet“ (S.25). Außerdem sind sich die Kommentatoren einig, dass Papst Franziskus bezüglich seines Amtes neue Wege einschlägt, die einen Bruch mit der Tradition bedeuten. So will er weniger Zentralisierung und mehr Regionalisierung und Verantwortung in den nationalen und regionalen Bischofskonferenzen verankern (S.32). Das alles sind Weichenstellungen, die die evangelischen Kirchen unbedingt interessieren sollten, denn hier vor Ort arbeiten wir in vielen Bereichen eng mit den katholischen Brüdern zusammen. Außerdem beinhaltet die Schrift eine Vielzahl von Einsichten, die ebenfalls für unsere Theologie und unsere praktische Arbeit von Bedeutung sein könnten. Dazu sehe ich eine Reihe von theologischen Aussagen, die geradezu reformatorischen Charakter haben, was man schon allein an der Auswahl seiner Quellen sehen kann, denn Franziskus benutzt vor allem die Bibel. Erst sekundär erscheinen Texte aus Vatikanum II, von den Päpsten ab Johannes XXIII. (keinen vorher!), von nationalen und kontinentalen Bischofskonferenzen und von den Kirchenvätern, hier besonders Augustinus und Thomas von Aquin. Allein schon die Quellenlage weist darauf hin, dass er die Öffnung der Kirche zur modernen Welt hin, das Papst Johannes XXIII. mit seinem „aggiornamento“ im Vat. II begann, weiterführen will und damit den konziliaren Flügel seiner Kirche bestätigt, gleichzeitig lehnt er mit harschen Worten jeden Traditionalismus und Fundamentalismus in seiner Kirche ab: „...die sich auf die eigenen Kräfte verlassen und den anderen überlegen fühlen, weil sie bestimmte Normen einhalten oder weil sie einem gewissen katholischen Stil der Vergangenheit unerschütterlich treu sind. Es ist eine vermeintliche doktrinelle oder disziplinarische Sicherheit, die Anlass gibt zu einem narzisstischen und autoritären Elitebewusstsein, wo man, anstatt die anderen zu evangelisieren, sie analysiert und bewertet und, anstatt den Zugang zur Gnade zu erleichtern, die Energien im Kontrollieren verbraucht“ (S.73).

 

Die Sprache des Textes ist einfach, klar und pointiert. So kann sie auch von jedem interessierten Laien gelesen und verstanden werden. Franziskus nimmt kein Blatt vor den Mund, denn seine Schrift ist gleichzeitig eine Fundamentalkritik an seiner Kirche, dem Klerus, der modernen Gesellschaft mit ihrem Immanentismus, Werte-Relativismus, Individualismus und Materialismus, der sich besonders im mörderischen Konkurrenzverhalten und im Konsumismus ausdrückt. Aber auch die internationale kapitalistische Wirtschaft, „die tötet“, Menschen zu „Müll“ macht und das Geld zum Götzen erhebt, unterzieht er einer radikalen Kritik. Insofern ist dieser Text auch ein entschiedener Bußruf an Kirche und Welt. 

 

 

Intention und Aufbau des Textes

 

Die XIII. Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode vom 7. bis 28. Oktober 2012 stand unter dem Thema „Die neue Evangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens“. Alle Christen der Kirche sollen für dieses weltweite Projekt begeistert und mobilisiert werden. Kirchliche Theologie und Ethik müssen sich diesem großen Ziel ein- und unterordnen. Papst Franziskus machte sich dieses Thema zu Eigen, und die Enzyklika ist sozusagen die Programm-Schrift für diese Neuausrichtung der Kirche, die ihre Mission an den Kirchennahen, den Kirchen fernen ausrichtet und an „diejenigen, die Jesus Christus nicht kennen oder ihn immer abgelehnt haben (S. 17).

 

Die 194 Seiten umfassende Schrift ist in fünf Kapitel gegliedert:

 

1. Die missionarische Umgestaltung der Kirchen (22 S.)

2. In der Krise des gemeinschaftlichen Engagements (38 S.)

3. Die Verkündigung des Evangeliums (45 S.)

4. Die soziale Dimension der Evangelisierung (48  S.)

5. Evangelisierende mit Geist (20 S.)

 

Interessant ist zunächst, dass sich im Zentrum der Schrift eine Predigtlehre befindet. Dieses Kapitel ist zudem das zweitumfangreichste der Schrift. Für Franziskus bildet die Predigt das Zentrum der Verkündigung, die wiederum „allein auf der Bibel“ beruhen soll und deren kompetenter Auslegung. Wie wir sehen werden, sind viele der Einsichten und Forderungen des Autors reformatorisch. Gerade hier sehe ich eine große Nähe zum Protestantismus. Das sollte uns nicht gleichgültig lassen.

 

 

Erstes Kapitel: Die missionarische Umgestaltung der Kirche

 

In der Einleitung zeigt Franziskus anhand der Bibel, dass das Evangelium immer Freude bewirkte und zwar sowohl bei denen, die es gesagt bekamen, als auch bei denen, die es verkündigten. Der zentrale Inhalt des Evangeliums ist „der Gott, der seine unermessliche Liebe im gestorbenen und auferstandenen Christus offenbart hat“ (S. 13). Diese Botschaft war und ist „ansteckend“, wenn sie mit der Freude des Geistes erfahren wird. Darum braucht es Verkünder, aus denen diese Freude strahlt und die diese Botschaft auch in Freude leben, und Franziskus warnt vor traurigen und mutlosen Predigern: „Die Welt von heute … möge die Frohbotschaft nicht aus dem Munde trauriger und mutlos gemachter Verkünder hören, die keine Geduld haben und ängstlich sind“ (13).

 

Das Evangelium soll wieder eine Dynamik des „Aufbruchs“ auslösen, bei der die Verkünder wieder hinausgehen aus den Kirchen hin zu den Menschen, wo immer sie zu finden sind, und dabei darf niemand vergessen werden, denn den Armen und Entrechteten gilt das Privileg Christi. Dieser Ruf, hinauszugehen zu den Menschen, erscheint wie ein „Cantus firmus“ in der Schrift (S. 18; 22f; 39; 69; 71; 101; 114; 181 u.ö.). Es klingt schon etwas nach dem revolutionären Mao, wenn er sagt: „Versetzen wir uns in allen Regionen der Erde in einen Zustand permanenter Mission“ (25). Dazu passt auch der sehr reformatorische Gedanke „der ständigen Reform der Kirche“, den Franziskus wieder aus Vat. II aufgreift (S. 26).

Die Pfarrei hat in seinem Konzept eine zentrale Funktion, denn sie verkörpere die leibhaftige Präsenz der Kirche vor Ort, „ein Bereich des Hörens des Wortes Gottes, des Wachstums des christlichen Lebens, des Dialogs, der großherzigen Nächstenliebe, der Anbetung und der liturgischen Feier“ (27). Hier findet sich die Keimzelle für jede missionarische Initiative.

 

Das Papsttum selbst muss sich dieser Mission unterordnen und Macht abgeben, insofern in den nationalen und regionalen Bischofskonferenzen die konkreten Entscheidungen besser gefällt werden können als in der Zentrale.

 

Die offenbarten göttlichen Wahrheiten sind hierarchisch geordnet. An erster Stelle stehe das Evangelium von der Liebe Gottes im gestorbenen und auferstandenen Christus. Alle anderen Wahrheiten haben sich diesem Grundkerygma ein- und unterzuordnen. Das gilt auch für die Ethik, in der das Liebesgebot an erster Stelle steht, aus dem die größte Tugend, die „Barmherzigkeit“ hervorgehe [2]. Denn man muss selbst von der Liebe getroffen sein, wenn man die Schwäche der anderen nicht verurteilt, sondern „der Schwäche der anderen aufhilft“ (33). Man soll vor der eigenen Schwachheit nicht zurückschrecken, denn gerade die Verheißung des Evangeliums bestehe ja darin, in der Schwachheit stark zu sein, 2.Kor 12 (S. 39). Jedenfalls gelte es, „aufzubrechen“.

 

„Mir ist eine verbeulte Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist“ (S. 41).

 

 

Zweites Kapitel: In der Krise des gemeinschaftlichen Engagements

 

Franziskus geißelt zunächst das kapitalistische Wirtschaftssystem, das weltweit Prozesse der Entmenschlichung ausgelöst hat. „Diese Wirtschaft tötet“ (45). Sie schließt die Schwachen nicht nur aus, sondern mache sie zu „Müll“, denn hier zähle allein das „Gesetz des Stärkeren, wo der Mächtige den Schwächeren zunichte macht“ (45). Gleichzeitig werde dieses Wirtschaftssystem sakralisiert und angebetet, wodurch eine Globalisierung der Gleichgültigkeit und des Verlustes an Mitleid entstanden sei (46). Da dieses tyrannische System eine „absolute Autonomie der Märkte“ beanspruche und jede staatliche Kontrolle ablehne, reduziere es den Menschen auf einen reinen Konsumfaktor. „In diesem System … ist alles Schwache wie die Umwelt wehrlos gegenüber den Interessen des vergöttlichten Marktes“ (47). Er fordert dagegen den Vorrang des Menschen, dem Geld und Wirtschaft dienen müsse. Dem Gesetz des Stärkeren stellt er das Liebesgebot Christi entgegen, bei dem der Starke dem Schwachen zu dienen habe.

 

Im kulturellen Bereich geißelt der Autor eine relativistische Gleichgültigkeit, in der jeder Bürger „Träger einer eigenen subjektiven Wahrheit sein will“, die ihn verschließe, sich übergeordneten Interessen zu öffnen, wenn diese den persönlichen Interessen entgegenstehen (S.51). Er geißelt die Oberflächlichkeit einer Kultur, bei der alles, was „äußerlich, unmittelbar, sichtbar, schnell“ auf dem ersten Platz stehe (S. 51). Er geißelt die weltweit dominant werdenden religiösen Fundamentalismen, den Säkularisierungsprozess mit seiner Leugnung jeder Transzendenz und der Vorstellung vom „absoluten Recht des Einzelnen“ (S. 53) und die damit verbundenen Auflösungserscheinungen in Ehe und menschlichen Gemeinschaften.

 

Bei den Seelsorgern sieht er die Gefahren des „Individualismus, der Identitätskrise und den Rückgang des Eifers“, ausgelöst durch eine Kultur, die der Kirche mit Misstrauen und Ablehnung entgegenstehe (S. 62) und die zu Frustrationen und Minderwertigkeitsgefühlen führten. Eine besondere Gefahr sieht er (und das sollten wir Evangelischen uns ins Stammbuch schreiben!): „Das heutige Verlangen, unmittelbare Ergebnisse zu erzielen, bewirkt, dass die in der Seelsorge Tätigen das Empfinden eines Widerspruchs, ein scheinbares Scheitern, eine Kritik, ein Kreuz nicht leicht ertragen“ (64). Franziskus ruft hier zu einer inneren Gelassenheit auf, die das Wort fröhlich wachsen lässt und die die Menschen begleitet, ohne auf schnelle Wirkungen zu spekulieren (S. 64).

 

Der Autor wendet sich gegen einige Formen „Spiritueller Weltlichkeit“, u.a.:

·         „Die Faszination des Gnostizismus, eines im Subjektivismus eingeschlossenen Glaubens, bei dem einzig eine bestimmte Erfahrung oder eine Reihe von Argumentationen und Kenntnisse interessieren …, wo aber das Subjekt letztlich in der Immanenz seiner eigenen Vernunft oder seiner Gefühle eingeschlossen bleibt“ (S. 72). Auch bei uns Evangelischen nicht unbekannt!

·         „Eine ostentative Pflege der Liturgie, der Lehre und des Ansehens der Kirche“ (S. 73).

·         Ein „Manager-Funktionalismus, der mit Statistiken, Planungen und Bewertungen überladen ist und wo der hauptsächliche Nutznießer nicht das Volk Gottes ist, sondern eher die Kirche als Organisation“ (S. 74). Diese Form ist bei uns auch sehr beliebt!

 

Franziskus betont sodann die aus der Taufe sich ergebende Verantwortung der Laien, die durch einen übertriebenen Klerikalismus bislang behindert wurde (S. 77). Hier kommt der Papst sehr nahe an die evangelische Lehre vom „Priestertum aller Gläubigen“, die ja auch Vat. II positiv gewürdigt hat. Entsprechend überraschend sind dann auch die Gedanken zum Priesteramt, denn dessen Vollmacht befindet sich „auf der Ebene der Funktion und nicht auf der Ebene der Würde und Heiligkeit … In der Kirche begründen die Funktionen keine Überlegenheit der einen über die anderen“ (S. 79). Der Priester steht also nicht über der Gemeinde, auch bedeutet sein Amt keine Macht über der Gemeinde, sondern Vollmacht in der Sakramentenspende im Dienste der Gemeinde. Dieses Verständnis dürfte einen ökumenischen Dialog sehr befruchten.

 

 

Drittes Kapitel: Die Verkündigung des Evangelium

 

Die Sprache des Autors wird hier emphatisch und warm. Man fühlt, dass Franziskus in der rechten Verkündigung des Evangeliums das Herz des christlichen Glaubens schlagen hört.

 

Das Medium der Verkündigung ist jeweils eine bestimmte Kultur, in die hinein das Christentum sich inkulturiert. Insofern bildet das Christentum ein vielfältiges, multikulturelles Gebilde. „Es würde der Logik der Inkarnation nicht gerecht, an ein monokulturelles und eintöniges Christentum zu denken“ (S. 87). Das bedeutet aber, dass es innerhalb der katholischen Kirche keine europäische Leitkultur mehr gibt. „Wir können nicht verlangen, dass alle Völker aller Kontinente in ihrem Ausdruck des christlichen Glaubens die Modalitäten nachahmen, die die europäischen Völker zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte angenommen haben“ (S. 88). Franziskus, der erste nichteuropäische Papst, öffnet damit deutlich seine Kirche hin auf Multikulturalität und relativiert damit als Erster das seit 2000 Jahren herrschende Primat Europas in Theologie und Kirche.

 

Subjekt der Verkündigung ist jeder Getaufte, „unabhängig von seiner Funktion in der Kirche“ (S. 89), denn „jeder Christ ist in dem Maß Missionar, in dem er der Liebe Gottes in Jesus Christus begegnet ist“ (S. 89). Hier klingt wieder das „Priestertum aller Gläubigen“ durch. Der Wille zur Verkündigung ist unabhängig von einer formalen Ausbildung, sondern zuerst Ausdruck des inneren Ergriffenseins von der befreienden Liebe Gottes. Ohne eigenes Ergriffensein kann es keine Verkündigung geben. Dabei kommt es nicht auf die Vollkommenheit des Boten an, sondern auf sein inneres Feuer und seine Begeisterung. Seine Befähigung wird dabei aber immer mehr wachsen. Insofern missioniert sich das Volk ständig gegenseitig. Franziskus spricht sich für eine Förderung der „Volksfrömmigkeit“ oder „Volksmystik“ aus, die eher auf symbolischen Weg, denn über den Verstand den Glauben weiter gibt. Sie kommt zum Tragen bei Wallfahrten, Rosenkranzbeten, bei Kerzenlicht und beim meditierenden Blick auf den Gekreuzigten. Gerade durch die Volksfrömmigkeit inkulturiert sich das Christentum in die jeweilige Kultur und wird damit Bestandteil der Volkskultur. Franziskus tritt hier klar einer einseitigen Intellektualisierung des Glaubens entgegen.

 

Verkündigung findet aber auch im informellen zwischenmenschlichen Gespräch statt, in dem die täglichen Sorgen mitgeteilt und besprochen werden. Werden in diesen Kontext stimmig biblische Zitate eingeflochten oder zum Schluss das Gespräch mit einem Gebet beendet, wird es den Betenden deutlich, dass ihre „Situation in Gottes Hand gelegt wurde“ und „… dass das Wort Gottes wirklich in ihr Leben spricht“ (S. 95).

 

Die Verkündigung muss ebenfalls in einen Dialog mit den Wissenschaften eintreten, um auch vor der Vernunft eine neue Glaubwürdigkeit zu erarbeiten. Dies ist die Aufgabe einer missionarischen Theologie, die sich aber hüten sollte, reine „Schreibtisch-Theologie“ zu sein (S. 98).

 

Die Predigt innerhalb der Messe ist ein Prüfstein für den Priester, wie nahe er in Kontakt mit seinem Volk ist. Sie ist der „Höhepunkt des Gesprächs zwischen Gott und seinem Volk vor der sakramentalen Kommunion“ (S. 100). Sie darf keine Show sein, muss kurz, klar und in einfacher Sprache des Volkes formuliert sein, sie soll kein Vortrag oder Vorlesung sein, sie muss erbaulich, nicht moralisch sein. Sie sollte eine Idee, ein Gefühl und ein Bild haben, immer in positiver Sprache auch bei Ermahnungen gehalten werden. All dies sind Anregungen, die auch für evangelische Prediger fruchtbar sein können. Jedenfalls fordert Franziskus, dass in jeder Messe gepredigt werden soll, weil sie darin einen eigenen Höhepunkt bildet. Hier rennt Franziskus bei uns Evangelischen offene Türen ein.

 

Der Pfarrer solle sich jede Woche ausreichend Zeit zum Studium des Predigttextes nehmen. „Ein Prediger, der sich nicht vorbereitet, ist nicht geistlich, er ist unredlich und verantwortungslos“ (S. 105). Es gilt, sich dem Text betend zu nähern, ihn zu meditieren, ihn auf seine Hauptbotschaft hin zu ergründen. Schließlich muss sich der Prediger vom Text ergreifen lassen, damit er Gottes und nicht des Menschen Wort verkünde. Die Sprache der Predigt soll die Sprache des Volkes sein, darum ist es notwendig, dass er während der Woche das Leben mit den Menschen teilt, ihnen gut zuhört und sie begleitet. So wird auch in der Predigt am Sonntag das Leben der Gemeinde vom Text her neu beleuchtet werden.

 

Schließlich soll das Kerygma von der Liebe Gottes durch die Predigt jedes Mal vertieft werden, damit sie in den Herzen der Menschen wachse und sie ausgerichtet werden auf die tätige Nächstenliebe. Was Franziskus unter der „ersten Verkündigung“ versteht, könnte auch aus dem Munde eines schwäbischen Pietisten kommen: „Jesus Christus liebt dich, er hat sein Leben hingegeben, um dich zu retten, und jetzt ist er jeden Tag lebendig an deiner Seite, um dich zu erleuchten, zu stärken und zu befreien“ (S. 117). Für diese Botschaft muss immer neu geworben werden, sie darf nicht aufgezwungen werden, vielmehr muss sie an die Freiheit des Hörers appellieren und ihn freudig anspornen. Falsch wäre es, Liebe moralistisch einzufordern. Es gehe vielmehr um „Nähe, Bereitschaft zum Dialog, herzliches Entgegenkommen, das nicht verurteilt“ (S. 118). Der Prediger solle vor dem Hintergrund der Liebesbotschaft sich darin üben, in jedem Menschen „heiligen Boden“ und ein göttliches Mysterium zu sehen. Ungeduld und fatalistisches Abrichten sind selbst nur Zeichen von Kleinglauben und Zeichen dafür, dass der Prediger noch auf die Botschaft der Liebe hin wachsen muss. Überhaupt – und das wird Franziskus nicht müde zu betonen – gebe es im Glauben nur ständiges Wachstum, das nicht auf Perfektion hinziele, sondern in seinem Denken und Handeln Gott immer ähnlicher werden will.

 

Am Ende des Kapitels fordert der Autor: „Das Studium der Heiligen Schrift muss ein Tor sein, das allen Gläubigen offensteht“ (124). Er fordert von Pfarreinen und Diözesen, „das Angebot eines ernsten und beharrlichen Studiums der Bibel sowie die Förderung ihrer persönlichen und gemeinschaftlichen Lektüre im Gebet“ (S. 125). Diese Forderung könnte reformatorischer nicht sein und dürfte den großen Martin im Grabe jubilieren lassen.  

 

 

Viertes Kapitel: Die soziale Dimension der Evangelisierung

 

Wie die Liebe dem Glauben folgt (Gal 5,6), so zielt die Verkündigung auf die Errichtung des Reiches Gottes als eines Reiches der Liebe, der Solidarität und des Friedens. Wenn Gottes Liebe in Jesus Christus jeden einzelnen Menschen erlösen will, so sind damit auch die menschlichen Beziehungen eingeschlossen, in denen die Menschen leben. „Das Wort Gottes lehrt uns, dass sich im Mitmenschen die kontinuierliche Fortführung der Inkarnation für jeden von uns findet.“ Das Reich Gottes ist das universale Ziel: „In dem Maß, in dem Er unter uns herrschen kann, wird das Gesellschaftsleben für alle ein Raum der Brüderlichkeit, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Würde sein“ (129). Die christliche Hoffnung erschafft insofern permanent „Geschichte“.

 

Gegen die Forderungen einer säkularen Gesellschaft, die die Religion auf das Private und das Innenleben der Gläubigen beschränken möchte, muss auch die Kirche den Staat daran erinnern, dass er den Auftrag hat, das Allgemeinwohl zu fördern und zu sichern. Dabei ist besonders auf die Armen, Gescheiterten und Entrechteten der Gesellschaft hinzuweisen, denn, obwohl Gott in Jesus Christus alle Menschen liebt, gibt es ein eindeutiges Privileg für die Armen. Franziskus belegt diesen Anspruch breit an AT und NT. Die Forderung Jesu: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ (Mk 6,37) führen eben dazu, dass Christen sowohl helfen sollen, die strukturellen Ursachen als auch die akuten, täglichen Herausforderungen des Elends anzugehen und zu bekämpfen.

 

Die Gedanken zur Solidarität wirken geradezu revolutionär, denn für ihn sind die soziale Funktion des Eigentums und die universale Bestimmung der Güter älter als das Privateigentum (S. 135). Darum gilt: „Die am meisten Begünstigten müssen auf einige ihrer Rechte verzichten, um mit größerer Freigiebigkeit ihre Güter in den Dienst der anderen zu stellen“ (S.136). Ließe sich von daher nicht ein Schuldenschnitt für überschuldete Entwicklungsländer und auch Griechenlands ableiten? Dass jeder gefälligst seine Schulden zu zahlen habe, ist ja längst eine Lüge für die Ärmsten, seitdem Staaten 2008 anfingen, die Schulden der Banken, also der Reichen, zu übernehmen. Der Papst legt hier seinen Finger in eine offene Wunde der Heuchelei!.

 

Die Kirche muss immer den „Schrei der Armen“ hören und deren Rechte einfordern auf Nahrung, Bildung, Gesundheit, Arbeit und gerechtem Lohn und jedem „hedonistischen heidnischen Individualismus“ einen entschiedenen prophetischen Widerstand leisten. Franziskus nimmt die Versuchungen des Konsums, der Zerstreuung und der individuellen Fluchten ernst, warnt aber, dass die Menschen sich dabei selbst entfremden, isolieren und dass das natürliche Gefühl für zwischenmenschliche Solidarität und Mitleid erschwert oder zerstört werde (140).

 

Franziskus nimmt eine ältere Forderung Benedikts XVI auf: „Ich wünsche mir eine arme Kirche für die Armen“ (S. 142). Denn es sei notwendig, dass sich die Kirche von den Armen selbst evangelisieren lasse. „Sie kennen dank ihrer eigenen Leiden den leidenden Christus“ (S. 142). Dieser Gedanke dürfte weltweit bei vielen Kirchenfürsten auf wenig Gegenliebe stoßen. Aber auch für uns Evangelische mit unseren noch recht üppigen Beamtengehältern dürfte es für Unbehagen sorgen.

 

Die christliche Liebe darf sich aber nicht auf Hilfsprogramme allein stützen, vielmehr gehe es darum, sich aktiv der Person des Armen zuzuwenden, denn erst dadurch wird ihm die hohe Wertschätzung Christi gezeigt, die ja besonders ihm, dem Armen gilt. Franziskus beklagt, dass die schlimmste Diskriminierung darin bestehe, dass den Armen die geistliche Zuwendung versagt wird. Gaben werden dadurch leicht zu demütigenden Almosen, die nichts am Gefühl der Wertlosigkeit ändern, an denen besonders Armen leiden und sie zu allen möglichen „Krankheiten“ führen können. Kein Christ darf sich zudem aufgrund seiner Lebensentscheidungen von der Fürsorge für Arme entschuldigt fühlen. „Jede beliebige Gemeinschaft in der Kirche, die beansprucht, in ihrer Ruhe zu verharren, ohne sich kreativ darum zu kümmern …, dass die Armen in Würde leben können und niemand ausgeschlossen wird, läuft Gefahr der Auflösung“ (S. 147).

 

Franziskus bittet besonders für die Migranten („Darum rufe ich die Länder zu einer großherzigen Öffnung auf“ [S. 148]) und für die Opfer des Menschenhandels: „Wo ist dein Bruder? Den du jeden Tag umbringst in der kleinen illegalen Fabrik, im Netz der Prostitution, in den Kindern, die du zum Betteln gebrauchst, in dem, der heimlich arbeiten muss, weil er nicht legalisiert ist“ (S.149). Wer dieses Elend stillschweigend dulde, mache sich schuld der „Mittäterschaft“.

 

Mit scharfen Worten geißelt Franziskus die kapitalistische Wirtschaft, die die Güter der Welt immer ungerechter verteile und immer mehr Menschen wie Müll aussortiere Dieser Wirtschaft sei es „lästig, wenn man von Ethik“, Solidarität, Würde der Schwachen und von der gerechten Verteilung der Güter spricht (S. 145). In dem geltenden „privatrechtlichen Erfolgsmodell scheint es wenig sinnvoll, zu investieren, damit diejenigen, die auf der Strecke geblieben sind … es im Leben zu etwas bringen können.“ (S.148) Diese Wirtschaft mache gleichgültig, individualistisch und egoistisch und blind für die Not des Mitmenschen. Franziskus fordert, dass die Wirtschaft wieder dem Menschen und dem Gemeinwohl diene und nicht mehr den „blinden Kräften des Marktes“ vertraue (s.o.).

 

Franziskus bittet Gott um Politiker, die sich entschieden für das Gemeinwohl einsetzen, denn die Nächstenliebe darf nicht nur in den Mikro-Beziehungen der Familie und Freunde wirken, sondern auch in den wirtschaftlichen und politischen Makro-Beziehungen. Er zeigt dazu auch, dass eine solche Liebe auch die Tiere und Arten der Schöpfung hüten müsse. Eine Zerstörung der Natur schade „unserem Leben und dem der kommenden Generationen“ (S. 151). Das „Prinzip der Nachhaltigkeit“ findet seine theologische Verankerung für den Papst in der franziskanischen Frömmigkeit.

 

Das Evangelium ziele aber nicht auf Liebe allein, sondern auch auf den Frieden unter den Menschen. Dazu formuliert er vier Prinzipien:

 

1. Die Zeit ist mehr als der Raum: Es gelte im Raum Prozesse in Gang zu setzen, diese wachsen zu lassen und diese hoffend zu begleiten. Wer einseitig bei diesen Prozessen den Abläufen Vorrang gebe, friere die Prozesse ein und nehme ihnen die nötige Zeit. Theologisch gründet dieser Gedanke in Jesu „Wachstumsgleichnissen“. Gibt es kein besseres Argument gegen den Planungs- und Evaluierungswahn der evangelischen Kirchen? Diese Instrumente entpuppen sich theologisch als menschliche Anmaßung und Kleinglaube: „etsi Deus non daretur!“

2. Die Einheit wiegt mehr als der Konflikt: Man solle keinem Streit aus dem Wege gehen, aber ihn so führen, dass sich „aus dem Streit eine Gemeinschaft bildet“ (S. 156). Jeder Streit muss angenommen und gemeinsam durchlitten werden, erst dadurch komme man zu Lösungen und zu einer „versöhnten Verschiedenheit“ (S. 158).

3. Die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee: „Es ist gefährlich, im Reich allein des Wortes, des Bildes, des Sophismus zu leben“ (S. 158). Es gilt, die Idee an der Wirklichkeit zu erarbeiten und daran zu prüfen. Erst daraus werde wirksame Politik. Denn jede Idee muss sich wie das Wort in der Wirklichkeit „inkarnieren“, damit es leben kann. Wer einem „Innerlichkeitskult und Gnostizismus“ verfalle, sei steril und bringe keine Frucht (S. 160).

4. Das Ganze ist dem Teil übergeordnet: Es geht hier um die Zuordnung von global und lokal. „Man arbeitet im Kleinen …, jedoch mit einer weiteren Perspektive“ (S.161). Es gehe aber auch um die Einheit der unterschiedlichsten Menschen in der Kirche, um „Akademiker und Arbeiter, Unternehmer und Künstler“ usw. Das Evangelium ist der „Sauerteig“ der die nahe und die ferne Kirche durchdrängt.

 

Abschließend fordert er umfassende Dialoge mit den Staaten, den Wissenschaften, den ökumenischen Dialog (hier erwähnt er nur den Patriarchen von Konstantinopel und den Erzbischof von Canterbury), das Gespräch mit dem Judentum, den interreligiösen Dialog mit allen anderen Religionen, insbesondere mit dem Islam. Hinsichtlich der Nichtchristen kommt er zu einem beeindruckenden Ergebnis: „Die Nichtchristen können, dank der ungeschuldeten göttlichen Initiative durch Gottes Gnade gerechtfertigt ... werden. … [Sie] können Kanäle sein, die der Geist selber schafft, um die Nichtchristen vom atheistischen Immanentismus .. zu befreien. Derselbe Geist erweckt überall Formen praktischer Weisheit, die helfen, die Unbilden des Lebens zu ertragen und friedvoller und harmonischer zu leben“ (S. 172).

 

Zum Schluss wendet er sich an alle Nichtgläubigen, die „aufrichtig nach der Wahrheit, der Güte und der Schönheit suchen“. Ein Forum für diese Dialoge könnten neue „Areopage“ sein, „wo Glaubende und Nichtgläubige“ über Ethik, Kunst, Wissenschaft und „über die Suche nach dem Transzendenten miteinander ins Gespräch kommen können“ (S. 174). 

 

 

Fünftes Kapitel: Evangelisierende mit Geist

 

Der Autor zieht hier noch einmal alle Register seines seelsorgerischen Könnens, um Christen für die Mission zu begeistern. So spricht nur einer, der selbst ganz und gar von dem Evangelium ergriffen ist und der das menschliche Herz genauestens kennt. „Eine Evangelisierung mit Geist ist letztlich eine Mission mit dem Heiligen Geist“ (S. 176). Um diesen Geist muss immer wieder gebetet werden. Lassen wir darin nach, werden wir müde und schwach. Man sollte sich immer deutlich machen, dass das Evangelium auf die tiefsten Bedürfnisse der Menschen antwortet, nämlich die nach Freundschaft und Liebe und damit unverlierbarer Zugehörigkeit. Es gilt sich immer wieder in das Geheimnis der Liebe Christi hineinzudenken, um unser kaltes Herz wieder zu erwärmen. Frustrationen und Ablehnung werden zwar nicht ausbleiben, doch sollte man nie vergessen, dass das Gute dazu neigt, immer wieder zu kommen. Letztendlich zeigt jedes aufblühende Gute auf die Auferstehung hin, die uns wieder und wieder in ihre Dynamik hinein nimmt. Eine große Gefahr ist, wenn man seinen Dienst als Pflicht ansieht, der wie eine Mühsal zu leisten sei. Hier gerinnt jede Freude zu saurem Wein. Auch spüren wir oft das Bedürfnis, in sicherem Abstand zu „den Wundmalen des Herrn“ zu bleiben. Doch „Missionar kann nur sein, wer sich wohl fühlt, wenn er das Wohl des anderen sucht“ (S. 184). Darum kann nur Freude kommen, wer seinen Dienst aus ganzer Seele tut, ob als Lehrer, Politiker oder Krankenschwester. „Wer aber seinen Beruf von der Privatsphäre trennt, dem „wird alles grau, und er wird ständig Anerkennung suchen oder seine eigenen Bedürfnisse verteidigen“ (S. 185). Man muss auch nicht gleich die ganze Menschheit retten wollen, „wenn ich es schaffe, nur einem Menschen zu helfen, ein besseres Leben zu haben, rechtfertigt dies schon den Einsatz meines Lebens“ (S.185).

 

Schließlich warnt er noch vor der Gefahr, die Wirkungen seines Tuns dokumentiert zu sehen. „Die Mission ist kein Geschäft noch ein unternehmerisches Projekt, sie ist keine humanitäre Organisation, keine Veranstaltung, um zu zählen, wie viele dank unserer Propaganda daran teilgenommen haben; es ist etwas viel Tieferes, das sich jeder Messung entzieht. … Der Heilige Geist handelt, wie er will, wann er will und wo er will … Es gibt aber keine größere Freiheit, als sich vom Heiligen Geist tragen zu lassen, darauf zu verzichten, alles berechnen und kontrollieren zu wollen“ (189).

 

Wir Evangelischen sind bekannter Maßen hier einen Schritt weiter als der Herr oder Franziskus: Wir machen Propaganda! Wir evaluieren! Und seitdem sind wir vor Begeisterung schier explodiert. Man muss dem Heiligen Geist eben manchmal auf die Sprünge helfen!

 

Die Enzyklika endet schließlich in einem Marienhymnus.

 

Epilog

 

Am Tag seiner Wahl zeigte Franziskus demonstrativ, dass er eine bescheidene Kirche ohne Gold und Pomp wollte. In seiner Enzyklika machte er nun ernst und zeigte entschieden, wie kein anderer Papst vor ihm, die sozialen Folgen des Evangeliums von der Liebe Gottes in Jesus Christus und deklinierte deren Forderungen für alle Bevölkerungsschichten durch. Dabei scheut er sich nicht, mächtigen Interessenverbänden in Politik und Wirtschaft auf die Füße zu treten. Der äußerst konziliante Benedikt XVI. hingegen hätte sich nie zu solch einem klaren Wort durchgerungen. Schließlich läutet Franziskus auch das Ende des europäischen Primats der römischen Kirche ein, was eine ganz neue Epoche beginnen lässt. Sein Blick in der Enzyklika ist entsprechend weitgehend nach Afrika, Asien und Süd-Amerika gerichtet. Europa, so schreibt er an anderer Stelle, scheint ihm dagegen eher ein glaubensmüder Kontinent zu sein.

 

Obwohl er nirgends auf die Kirchen der Reformation eingeht, verficht er entschieden eine Reihe ihrer Lehren: Primat der Bibel und des Evangeliums von Jesus Christus, das Priestertum aller Gläubigen, die Vorstellung von der „ecclesia semper reformanda“, die elementare Bedeutung der Pfarrgemeinden, das Priesteramt als Funktion, nicht als höhere Würde, die hohe Bedeutung der Predigt, die Forderung, dass alle Christen die Bibel lesen sollen, religiöse Multikulturalität innerhalb des Katholizismus und „eine versöhnte Verschiedenheit“ in den Teilkirchen, die entschiedene Absage an jeden Traditionalismus und die unbeirrbare Öffnung der Kirche auf die Moderne hin, wodurch er den reaktionären Schwenk seines Vorgängers hin zu den Bankiersbrüdern korrigiert.

 

Gerade aus diesen Gründen sollte diese Schrift eifrig in den evangelischen Kirchen gelesen und intensiv diskutiert werden. Wir können diese Schrift eigentlich nur mit großem Gewinn dankbar annehmen. Wenigsten erging es mir so. Die notorischen Kritiker werden – so steht zu vermuten – auch auf ihre Kosten kommen. Diese Arbeit wollte ich aber den anderen überlassen.

 


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[1] Evangelii gaudium. Apostolisches Schreiben des Heiligen Vaters Papst Franziskus an die Bischöfe, an die Priester, an die Personen geweihten Lebens und an die christgläubigen Laien über die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute. Hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2013 (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls; 194)

[2] Diese Ausrichtung auf die „Liebe“ hat schon Benedikt XVI in seiner Enzyklika „Deus Caritas est“, 2005, vorbereitet: „Alles Handeln der Kirche ist Ausdruck einer Liebe, die das ganzheitliche Wohl des Menschen anstrebt“ (S. 46).