Impressum

 

Michael Landgraf
Stiftsstraße 23, 67434 Neustadt

 

 

Die Bibel unter die Menschen und ins Gespräch bringen

100 Jahre Pfälzischer Bibelverein e.V. [1]

 

Der Pfälzische Bibelverein e.V. ist seit 100 Jahren die Bibelgesellschaft der Evangelischen Kirche der Pfalz. Er ist Mitglied der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG) und damit Teil des Weltbundes der Bibelgesellschaften. Dabei ist das 100-jährige Jubiläum ein ungewöhnliches Datum für eine Bibelgesellschaft. Die älteste Bibelgesellschaft überhaupt, die von Cansteinsche Bibelgesellschaft in Halle, feierte 2010 ihr 300-jähriges Bestehen, die meisten anderen Bibelgesellschaften feiern zwischen 2012 und 2022 das 200-jährige. Warum ausgerechnet in den Wirren des Ersten Weltkrieges 1915 die Bibelgesellschaft für die Pfalz entstand, auf welcher Tradition der Bibelverein aufbaut und welche Aufgaben und Ziele er heute hat, wird hier zur Sprache kommen.

 

 

1. Zur Entwicklung bibelgesellschaftlicher Arbeit in der Pfalz

 

1.1 Die Bibel und die Pfalz [2]

 

Schon früh war die Verbreitung der Bibel in der Sprache der Menschen auch in der Region Pfalz verbreitet. Bereits um 850 entstand in der Region mit der Evangelienharmonie des in Dahn geborenen Otfried von Weißenburg die erste Bibelübertragung in der Volkssprache, dem Südrheinfränkischen. Diese Volkssprache nannte er „lingua theodisca“, woraus sich der Begriff „Deutsch“ ableitet. Volkssprache stand als Gegenbegriff zu den als heilig angesehen Sprachen Hebräisch, Griechisch und Latein. Heilig waren diese Sprachen, weil sich nach mittelalterlicher Auffassung Gott in diesen Sprachen artikuliert. Otfried musste daher seine Bibelübertragung rechtfertigen. Das in der Region gesprochene Fränkisch sei war zwar nicht heilig, aber wertvoll und gut. Gott, so Otfried, wolle in jeder „Zunge“ (Sprache) gepriesen werden. [3]

 

Für die Pfalz bedeutsam ist die räumliche Nähe zu Straßburg. Dort entstanden zwischen 1461 bis 1497 insgesamt zwölf lateinische Bibelausgaben, aber auch 1466 der erste deutschsprachige Bibeldruck – die Mentelin-Bibel. Es war das aufstrebende Bürgertum, das nach Bibeln in der eigenen Sprache verlangte. Allerdings war die Übersetzung, die der Drucker Johann Mentelin bei seinem Bibeldruck verwendete, ungenau. Trotz kirchlicher Intervention wurden 14 deutschsprachige und vier niederdeutsche Bibelausgaben vor Luther gedruckt. Eine davon war die ebenfalls in Straßburg 1485 entstandene Grüninger-Bibel. Johann Grüninger brachte mit ihr die erste Bibel in handlichem Format heraus, so dass diese als Prototyp einer Hand- und Hausbibel gilt. Auf dem Boden der Pfalz wurde in dieser Frühzeit allerdings nur eine lateinische Bibel gedruckt – 1489 in Speyer bei Peter Drach dem Mittleren.

 

Die Verbreitung der deutschen Bibel in der Pfalz begann in protestantischen Gebieten in der Reformationszeit. Martin Luther hatte 1518 das Kurpfälzische Heidelberg besucht und viele Theologen beeinflusst. Evangelisch wurden das Sickinger Land (um 1520), die freien Reichsstädte Landau (1524), Worms (1524) und Speyer (1540), das Territorium Pfalz-Zweibrücken (1533), die Kurpfalz (1554/1556) und das Leininger Land (1563). Bereits 1526 gab der Speyerer Domvikar Jakob Beringer eine deutsche Bibel mit einer Evangelienharmonie sowie mit Luthers Übersetzung der neutestamentlichen Briefe heraus. Zwar wurde die Bibel in Straßburg gedruckt und nach Speyer geliefert. In den Territorien, die sich der Reformation anschlossen, waren Lutherbibeln verbreitet, jedoch keine explizit für eines der Territorien hergestellt. Dies sollte sich ändern, als der aus der Kurpfalz stammende Druckerverleger Siegmund Feyerabend in Frankfurt im Jahre 1560 eine Bibelausgabe mit Holzschnitten des namhaften Künstlers Virgil Solis für die Kurpfalz herstellte. Diese Ausgabe erschien mit Portraits der Kurfürsten Ottheinrich und Friedrich III. [4] Allerdings wechselte die Kurpfalz unter besagtem Friedrich III. als erstes Territorium im Heiligen römischen Reich deutscher Nationen 1560 zum reformierten Glauben, der das Wort „allein die Bibel“ besonders ernst nahm. Hier passten die damals mitgedruckten Anmerkungen Luthers nicht. Ein weiteres Problem führte zur Herstellung eigener Bibelausgaben. Der Heidelberger Katechismus als reformierte Lehrschrift (1563) enthielt 700 Verweisstellen zur Bibel. Daher brauchte man eine Bibelausgabe, mit der jedermann arbeiten konnte. So entstanden in Heidelberg (1568) und Neustadt (1579) handliche Luther-Bibeln mit der in der Pfalz entwickelten kompletten Verszählung, aber ohne die Anmerkungen Luthers – wie bei modernen Lutherbibelausgaben. [5]

 

Neustadt an der Weinstraße (damals: an der Haardt) war durch die dort gegründete „Hohe Schul“ (Casimirianum) zeitweise Zentrum der reformierten Lehre und des Bibeldrucks. Hier entstand um 1587 die erste reformiert-kommentierte Lutherbibel. Dieses Werk führte Paul Tossanus, Sohn des Neustadter Dekans Daniel Tossanus, fort. Er gab 1617 in Heidelberg das erste reformierte Bibelwerk mit umfangreichen Kommentaren und Karten heraus (Tossanus-Bibel). Johann Piscator begann ebenfalls in Neustadt die erste urtextnahe Bibelübersetzung (Piscator-Bibel), vollendet 1606 in Herborn. Durch Kriege im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Pfalz mehrfach zerstört. Beim Wiederaufbau bezogen reformierte Gemeinden ihre Bibeln meist aus Basel, lutherische aus Nürnberg. Es entstanden aber auch Bibelausgaben in Heidelberg (Neues Testament mit reformiertem Gesangbuch, 1666) und in Speyer, ein Nachdruck des Tübinger Bibelwerks durch Ludwig Gegel 1767. [6]

 

1.2 Anfänge der bibelgesellschaftlichen Bewegung [7]

Bis ins 18. Jahrhundert waren Bibeln zu teuer (Jahresgehalt eines Schulmeisters) und die Lesefähigkeit des Volkes gering. Durch die aufkommende Schulpflicht und den Pietismus wuchs der Wunsch nach Bibeln für jedermann, weil man glaubte, dass Gott durch sein Wort jeden Menschen persönlich ansprechen will. 1710 entstand als erste Bibelgesellschaft die „Von Cansteinsche Bibelanstalt“ in Halle, mit dem Ziel, „Gottes Wort den Armen um einen geringen Preis in die Hände zu geben“. Innerhalb von 100 Jahren verbreitete sie rund drei Millionen Bibeln. 1804 wurde die Britische und Ausländische Bibelgesellschaft in London gegründet, die in den deutschen Ländern Menschen zur Gründung von Bibelgesellschaften motivierte. So entstanden beispielsweise die Privilegierte Württembergische Bibelanstalt (1812), die Elberfelder Bibelgesellschaft (1814), die Frankfurter Bibelgesellschaft (1815) oder die Badische Bibelgesellschaft (1820).

 

1822 wurde in Nürnberg der Bayerische Central-Bibelverein gegründet, der Einfluss auf die seit 1816 unter bayerischer Herrschaft stehende Pfalz hatte. Hier waren 1818 Lutheraner und Reformierte zu einer Kirche der Union zusammengewachsen. Eine Besonderheit der Vereinigungsurkunde (1821, §3) war, dass man Bekenntnisschriften nur in „gebührender Achtung“ hielt, doch dass es „keinen anderen Glaubensgrund noch Lehrnorm als allein die heilige Schrift“ gäbe. Trotz dieser Alleinstellung der Bibel konnte sich in der rationalistisch geprägten Pfalz zunächst keine Bibelgesellschaft etablieren. Erst durch die Berufung des Erlanger Theologieprofessors Isaak Rust in das Konsistorium in Speyer (1833) änderte sich dies. Der in Mußbach bei Neustadt geborene Theologe motivierte ab 1837 Gemeinden zur Gründung von Orts-Bibelvereinen, die dem Bayerischen Central-Bibelverein angeschlossen sein sollten. Bereits ein Jahr darauf gab es in Bergzabern, Kaiserslautern, Neustadt und Speyer vier pfälzische Distrikt-Bibelvereine und neun weitere Ortsbibelvereine. Rund 200 Bibelvereine wurden bis 1848 gegründet, die ihre Bibeln über den Bayerischen Central-Bibelverein in Nürnberg bezogen. Der Lokalbibelverein Schifferstadt beschrieb die Stimmung: „Der Gebrauch, den die Empfänger der Bibeln ... von Gottes Wort machen, ist höchst erfreulich. Die Gemeindeglieder lesen am Tag des Herrn fleißig im Bibelbuche. Auch an den übrigen Wochentagen findet sie der Geistliche bei ihrer Bibel, und seinen Ermahnungen, täglich die heilige Schrift zu lesen, geben sie willig Gehör.“ Und die Gemeinde Rumbach berichtet: „Besonders liest die heranwachsende Jugend fleißig und mit Erfolg die Worte des ewigen Lebens, was eine gesegnete Rückwirkung auch auf die älteren Gemeindeglieder verspricht.“ [8]

 

1840 wird erstmals in Zweibrücken erwähnt, dass eine Bibel bei der Trauung überreicht wurde. 1842 gab die Kirchenleitung in Speyer als Ziel aus, dass jedes konfirmierte Gemeindeglied eine Bibel besitzen sollte. Es wurden Kinderbibelvereine gegründet und Bibelfeste gefeiert. 1847 stellte man fest, dass in der Pfalz „mit verhältnismäßig geringer Ausnahme in allen Gemeinden christliche Theilnahme an der heiligen Sache der Bibelverbreitung sich rege erhält.“ [9]

 

Seit 1848/49 gab es in der Pfalz Widerstand gegen die Regierung in München. Die liberal gesinnten pfälzischen Protestanten trennten sich vom dortigen Oberkonsistorium und wehrten sich gegen die Einführung eines neuen Gesangbuchs. Fast alle Gemeinden in der Pfalz traten in diesen Wirren aus dem Bayerischen Central-Bibelverein aus und weigerten sich, „bayerische Bibeln“ zu verbreiten.

 

Ihre Bibeln bezogen die Pfälzer nun für die nächsten 50 Jahre über die Britische und Ausländische Bibelgesellschaft, die in Köln und Berlin Lutherbibeln herstellte und seit 1848 in Speyer ein Depot unterhielt. Die Pfälzer Protestanten dachten pragmatisch: Solange die Briten die Gemeinden mit preiswerten Bibeln belieferten, brauchte man keine eigene Bibelgesellschaft. Diese Einstellung zeigte sich noch 1904 im Dankschreiben der pfälzischen Kirchenleitung an die Britische und Ausländische Bibelgesellschaft. Anlässlich deren 100-Jahr-Feier hob man die Verdienste der Gesellschaft für die Pfalz seit 1848 hervor. [10] Auch wenn die Gemeinden Bibeln anderer Bibelgesellschaften beziehen konnten, waren die der „Briten“ in der Pfalz fast überall verbreitet.

 

 

2. Die Geschichte des Pfälzischen Bibelvereins

 

2.1 Die Anfänge (1915-1934) [11]

Anlass zur Gründung des Pfälzischen Bibelvereins war der Erste Weltkrieg und die Initiative des Landauer Pfarrers Adolf Risch (1869-1940), der in vielfältiger Weise aktiv war. So gründete er nicht nur den Pfälzischen Bibelverein, sondern 1925 auch den Verein für Pfälzische Kirchengeschichte und Volkskunde, und er betreute lange Jahre als Schriftleiter das Pfälzische Pfarrerblatt. Adolf Risch war vor 1915 im deutschsprachigen Raum bekannt geworden als Erforscher der Lutherbibel und ihrer Geschichte. [12] Er wirkte bei der Luther-Revision von 1912 mit und verfasste die Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der Privilegierten Württembergischen Bibelanstalt (1912). In seinem 1911 in Landau erschienenen Buch „Die Bibel und das gegenwärtige Geschlecht“ fragte er, wie man Menschen für die Bibel begeistern könne:

 

„Wer für die Bibel werben will, muss das Zutrauen zu ihr haben, dass sie selbst ihre Sache in der Menschen Herzen vertreten kann. ... Wie im irdischen, so führt Gott auch im geistigen Leben jeden seinen besonderen Weg – das ist das Wunderbare an der Bibel, dass sie für die Millionen von Menschen mit ihren millionenfach verschiedenen Seelenbedürfnissen das Buch des Lebens ist.“ Risch wollte seine Zeitgenossen zu „Bibelfreunden“ und „Zeugen ihrer Lebenskraft“ machen.

 

Für Adolf Risch, der 1914 auch Kriegspredigten veröffentlichte, war klar, dass aufgrund der nun entstandenen Gegnerschaft die Verbindung zur „Bibelgesellschaft der Briten“ nicht mehr haltbar war. Mit dem Ausbruch des Weltkrieges wurde Risch auch Seelsorger am Lazarett in Landau und erlebte hautnah dessen schreckliche Folgen. Im März 1915 verfasste er für die Kirchenzeitungen „Evangelischer Kirchenbote“ und „Union“ den Artikel: „Etwas, was unserer Pfalz fehlt.“ Der erste Satz: „Unserer Pfalz fehlt ein Bibelverein.“ Risch ging es dabei in erster Linie um die Bibelversorgung der Pfälzer im Felde und im Lazarett. Die Bibel sollte denen, die viel Leid erlebten, Trost geben. Viele Spenden wurden kurz darauf angeboten, sodass am 22. April 1915 in Neustadt der Pfälzische Bibelverein gegründet werden konnte. Am 4. Mai folgte ein Aufruf zur Unterstützung des Vereins – unterschrieben von dessen Gründungsmitgliedern.

 

Warum man den Namen „Bibelverein“ statt „Bibelgesellschaft“ wählte, begründete Risch mit der Tradition der pfälzischen Bibelvereine im 19. Jahrhundert. Man trat dem „Ausschuss der Deutschen Bibelgesellschaften“ bei. Daraufhin überreichte die Privilegierte Württembergische Bibelanstalt 1000 Neue Testamente als „Patengeschenk“ an diesen neuen Zweig am Baum der Bibelgesellschaften.

 

Auch später noch beschäftigte sich Adolf Risch intensiv mit der Erforschung der Bibel. Zur 400-Jahr-Feier der Übersetzung des Neuen Testaments durch Martin Luther (1922) verfasste Risch die weit verbreitete Schrift: „Was jeder von der Luther-Bibel wissen muss.“

 

Als Schriftleiter des Pfälzischen Pfarrerblattes warb er immer wieder für die Arbeit des Bibelvereins, auch wenn dies in der Not der Nachkriegszeit nicht einfach war: „Der Pfälzer Bibelverein besteht noch; allerdings vegetiert er mehr, als dass er lebt. Aber er ist noch da. ... Es schien vor wenigen Jahren so, als ob ein Bibelverein für die Pfalz eigentlich überflüssig sei, weil jeder leicht in der Lage war, sich eine billige Bibel zu kaufen. ... Heute ist die Geldknappheit, sagen wir offen, die Armut so groß, dass vielen neu gegründeten Haushaltungen die Anschaffung selbst einer billigen Bibel schwer fällt ... Die Freude am Besitz einer eigenen Bibel ist sicher größer als viele ahnen. Jedenfalls möchte sich der Pfälzer Bibelverein in Erinnerung bringen und betonen, dass er an seinem schwachen Teile gerne mithilft, dass jedes evangelische Haus im Besitz einer Bibel ist.“ [13]

 

Zuwendungen erhielt der Pfälzische Bibelverein in dieser Zeit durch Mitglieder, Einzelspender, durch die Landeskirche und den Evangelischen Kirchenboten.

 

Ihre Bibeln bezogen die Pfälzer seit der Gründung 1915 aus Stuttgart. Zeitweise wurden dort Bibelausgaben mit einem Titelblatt hergestellt, das den Pfälzischen Bibelverein als deren Herausgeber auswies. Ausgeliefert wurden die Bibeln bis 1945 über die Buchhandlung des „Evangelischen Vereins“ in Kaiserslautern. Mit Rischs Pensionierung und Übersiedlung nach Stuttgart (1934) endete diese Ära des Pfälzischen Bibelvereins. Eine besondere Würdigung seiner Lebensleistung war die Wahl Adolf Rischs zum Vorsitzenden des „Ausschusses der Deutschen Bibelgesellschaften“ im Jahr des Bibeljubiläums 1934.

 

2.2 Der Bibelverein in der NS-Zeit und die Weltbibelhilfe (1934-1967)

Nachfolger Rischs wurde Pfarrer Paul Kreiselmaier (1900-1967), der von Ludwigshafen, Landau und Neustadt aus sein Amt als Vorsitzender ausübte. Er sah es in der NS-Zeit als Hauptaufgabe an, dass Hochzeitspaare neben Hitlers „Mein Kampf“ eine Bibel erhielten. In Vereinen, Werken und Dekanaten warb er um „Vertrauensleute“ für die Bibel. Die Kirchenleitung stellte Geldmittel zur Verfügung, um besonders Jugendlichen die Bibel zugänglich zu machen.

 

1945 hatte der Pfälzische Bibelverein als einer der wenigen alten Vereine die NS-Zeit überlebt. Im Krieg war jedoch die Buchhandlung in Kaiserslautern zerstört und auch die Bibeldruckerei in Stuttgart von Bomben getroffen worden. Kreiselmaier organisierte daher im ersten Nachkriegsjahr große Mengen Lutherbibeln der „American Bible Society“, mit denen die Gemeinden in der Pfalz lange versorgt wurden. Da man sich nun selbst um den Vertrieb kümmern musste, wurde ein Geschäftsführer gesucht. Man fand Carl Müller („Bibelmüller“ genannt), der von 1948 bis 1963 dieses Amt übernahm. Aus dem Verkaufserlös der Bibeln finanzierte der Verein Bibeltage, Bibelwochen und Bibelausstellungen wie die Wanderausstellung des Verbandes der Evangelischen Bibelgesellschaften in Deutschland.

 

Paul Kreiselmaiers Herzensanliegen waren jedoch Bibelprojekte für Menschen in Übersee. Bereits in der NS-Zeit (1937) unterstützte der Pfälzische Bibelverein den Druck der Bibel in Suaheli. Nach 1950 begann in der Pfalz die Aktion „Schenke dem fernen Bruder Gottes Wort in seiner Muttersprache. Ein Vortrag von Walther Trobisch (1956) über „Bibelmission drinnen und draußen“ sowie der Besuch des Kirchenpräsidenten der Presbyterianischen Kirche Kameruns, Paul Jocky, lösten eine große Begeisterung für Bibelprojekte aus. Kreiselmaier schrieb Artikel im Evangelischen Kirchenboten, in denen er um Unterstützung für Bibelübersetzung und Bibelverbreitung warb. So konnten Übersetzungen in die afrikanischen Sprachen Fulani, Bali, Twi und die Neuauflage des Tibetischen Neuen Testamentes gefördert werden.

 

1962 gab Eugen Ludwig Rapp, Professor in Mainz, im Auftrag des Pfälzer Bibelvereins das Markusevangelium in der Gurenne-Sprache heraus. Rapp lebte lange in Afrika und war mit dem Verein eng verbunden. 2014 erhielt das Bibelmuseum aus dessen Nachlass Bibelausgaben aus der Mission.

 

Im Jahre 1965 feierte der Pfälzische Bibelverein sein 50-jähriges Bestehen, zu dem der Ludwigshafener Pfarrer Hans Joachim Belitz eine Festschrift verfasste. Der damals 400 Mitglieder starke Verein lud zu seinem Jubiläum die 24 deutschen Bibelgesellschaften nach Landau ein. Hier entstanden am 16. und 17. Mai 1965 das neue Evangelische Bibelwerk für die Bundesrepublik Deutschland (Vorläuferorganisation der Deutschen Bibelgesellschaft, die 1981 gegründet wurde). Ebenfalls in Landau gegründet wurde die Organisation der Weltbibelhilfe. Man benannte den Verein in „Pfälzischer Bibelverein im Evangelischen Bibelwerk“ um. Kirchenpräsident Theo Schaller rief die Öffentlichkeit in der Pfalz zur „Mitarbeit an der großen Aufgabe“ des Bibelvereins auf. Mit Paul Kreiselmaiers plötzlichem Tod im Jahr 1967 endete diese zweite Ära des Pfälzischen Bibelvereins.

 

2.3 Der Pfälzische Bibelverein von 1968 bis 2015

Von 1964 bis 1999 prägten die Geschäftsführer Adelheid und Adolf Brust die Arbeit des Bibelvereins. Sie versorgten Gemeinden durch Büchertische mit Bibeln und mit christlicher Literatur und bauten ein Netzwerk auf, das zu einer großen Anzahl an Mitgliedern führte. Für diese kontinuierliche Arbeit erhielten sie, als erste Laien überhaupt, im Jahre 2004 die Canstein-Medaille der Deutschen Bibelgesellschaft. Vorsitzende des Vereins seit 1968 waren Horst Hahn, Martin Beck, Karl Börner und Peter Busch. Derzeit ist es Michael Landgraf.

 

Horst Hahn (Vorsitzender 1968-1977) war gerade Leiter des Volksmissionarischen Amts. Sein Ziel war es, Vertrauensleute für den Bibelverein in den Dekanaten zu finden. Der Vorstand besuchte Gemeinden und führt seither thematisch ausgerichtete Mitgliederversammlungen durch. Horst Hahn war ab 1974 Vorstandsmitglied des Evangelischen Bibelwerkes und seit 1981 der Deutschen Bibelgesellschaft. Als Oberkirchenrat (seit 1976) blieb er im Vorstand des Bibelvereins bis 2005. Er ist Ehrenvorsitzender des Vereins.

 

Martin Beck (Vorsitzender 1977-1987) war 1977 Gastgeber der „Europakonferenz des Weltbundes der Bibelwerke“ in Ludwigshafen. Neben Spenden an die Weltbibelhilfe förderte der Verein 1978 bis 1980 die Übersetzungsarbeit des Pfälzer Pfarrer-Ehepaars Werlé an der Elfenbeinküste, die das Neue Testament in die Sprache Bété übertrug. 1985 tagte die Vollversammlung der DBG in Neustadt. Die Büchertischarbeit von Adolf und Adelheid Brust wurde immer umfangreicher. Man mietete ein Haus mit Lager- und Verkaufsraum und schaffte ein gebrauchtes Auto an. Durch die Einnahmen gestärkt und motiviert durch Siegfried Meurer von der Deutschen Bibelgesellschaft, fasste man den Entschluss, in Neustadt ein Bibelhaus zu bauen.

 

Unter Karl Börner (Vorsitzender 1987-1999) wurde am 10.11. 1989 der Grundstein für das Bibelhaus gelegt (Fertigstellung Februar 1991). Eine christliche Buchhandlung sollte das finanzielle Standbein des Hauses sein. Zum 75. Vereinsjubiläum erschien 1991 die Festschrift „Wort, das lebt“. Im „Jahr mit der Bibel“ 1992 führte der Verein eine Erlebnisausstellung in Ludwigshafen durch, die über 18.000 Besucher anzog. Weitere Aktionen waren das „Pfälzische Bibelfest“ 1995 in Otterberg, die Ausstellung „Bach und die Bibel“ und eine archäologische Ausstellung in der Speyerer Heiliggeistkirche „Südjordanien in biblischer Zeit.“

 

Peter Busch (Vorsitzender 1999-2003) legte einen inhaltlichen Schwerpunkt auf die Bibelarchäologie. Während seiner Amtszeit endete die 40 Jahre währende Tätigkeit von Adelheid und Adolf Brust. Erich Hollerith, ehemals Leiter der Evangelischen Heimstiftung Pfalz, wurde 2001 ehrenamtlicher Geschäftsführer. Die finanzielle Situation des Vereins änderte sich, als überraschend 2001 der Geschäftsstellenzuschuss der Deutschen Bibelgesellschaft abgeschafft wurde. Nun mussten Wege gesucht werden, um den Erhalt des Bibelhauses zu sichern. 2000 war der Bibelverein Gastgeber der Vollversammlung der Bibelgesellschaften in Speyer.

 

Vorsitzender seit 2003 ist Michael Landgraf, Leiter des Religionspädagogischen Zentrums Neustadt, seit 2011 auch im Verwaltungsrat der DBG. Aufgabe der ersten Jahre war der Erhalt des Bibelhauses. Im Vertrieb wurde 2007 eine Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Quodlibet vereinbart, und 2009 wurde das Religionspädagogische Zentrum Mieter im Bibelhaus. 2010 übernahm Gerd Rieger die Geschäftsführung von Erich Hollerith. Zuvor schon koordinierte er die Führungen im Bibelmuseum.

 

Inhaltlich entwickelte Landgraf eine Lernstraße Bibelwelt (1999) und baute die Ausstellung zum Pfälzischen Bibelmuseum (ab 2003) und zum ErlebnisBIBELmuseum (seit 2010) aus. Zu den neuen Aufgaben gehörten seither Vereinspublikationen, eigene Bibelausgaben und Wanderausstellungen. Über die Weltbibelhilfe hinaus unterstützt der Verein seit 2003 Projekte der Partner der Pfälzer Landeskirche (Ghana, Bolivien und West-Papua). 2015 tagt die Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft in Neustadt, in deren Rahmen das 100-jährige Bestehen gefeiert wird.

 

 

3. Der Pfälzische Bibelverein heute

 

„Die Bibel unter die Menschen und ins Gespräch bringen“ ist das doppelte Motto des rund 500 Mitglieder starken Pfälzischen Bibelvereins heute. Damit verbunden ist eine zweifache  Aufgabe: zum einen Menschen überall auf der Welt Bibelausgaben zur Verfügung zu stellen und zum anderen, ihnen hierzulande einen Zugang zur Bibel zu ermöglichen und die Auseinandersetzung mit ihr zu fördern.

 

3.1 Die Bibel Menschen zur Verfügung stellen

Auch wenn fast jede Familie in Deutschland im Besitz einer Bibel ist, bleibt es dennoch Aufgabe, den Menschen hierzulande eine Bibel zur Verfügung zu stellen. So wurden in den letzten Jahren Kinder- und Vollbibeln für „offene Kirchen“, Kindertagesstätten und Schulen gespendet. Lektoren und Prädikanten der Pfalz erhielten in ihrer Ausbildung eine kommentierte Bibelausgabe. Mit der Partnerbuchhandlung Quodlibet bietet der Verein regelmäßig Gemeinden eine Auswahl an Kinder- und Vollbibeln, Losungsbüchern sowie Literatur zur Bibel an.

 

Kernaufgabe in diesem Bereich ist es jedoch vor allem, zu ermöglichen, dass Menschen anderswo eine Bibel in ihrer Sprache zur Verfügung haben. Dies leistet der Pfälzische Bibelverein einerseits durch die Unterstützung der Weltbibelhilfe. Diese fördert Projekte des Weltbundes der Bibelgesellschaften: neue Bibelübersetzungen, Spenden von Kinder- und Vollbibeln in ärmeren Regionen, oder die Förderung von Bildungsprogrammen in Übersee. Über diese Projekte informiert regelmäßig der „Bibelreport“ der Deutschen Bibelgesellschaft – so auch über den Erfolg der in Neustadt entstandenen „Kinderbibel zum Selbstgestalten“, die inzwischen in 15 Sprachen übersetzt ist. [14]

 

Seit 2003 führt der Pfälzische Bibelverein eigene Projekte durch, die mit den Partnern der Evangelischen Kirche der Pfalz verbunden sind. So konnten beispielsweise Kinder- und Vollbibeln für die Partnerkirchen in West-Papua, Ghana und Bolivien angeschafft sowie Kinderbibeln für arabische Christen (Partner des EMS) gefördert werden. Eine Ausbildungsstätte in Ghana sowie die Schneller-Schule in Jordanien wurden mit Literatur zur Bibel versorgt. Auch gibt es eine Zusammenarbeit mit Partnern des Gustav-Adolf-Werkes Pfalz – beispielsweise mit den Evangelischen Kirchen in Österreich.

 

3.2 Die Bibel ins Gespräch bringen

Diese Aufgabe leistet der Bibelverein durch das Bibelhaus mit seinem ErlebnisBIBELmuseum, durch Publikationen, Veranstaltungen und Ausstellungen. Der Verein will dabei besonders „Menschen erreichen, die die Bibel (noch) nicht kennen oder ihr gleichgültig oder ablehnend gegenüberstehen“. Darüber hinaus ist ein Ziel, die „wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Inhalten der Bibel, ihrer Entstehungs- und Wirkungsgeschichte“ zu fördern (Satzung des Pfälzischen Bibelvereins 2004, § 3).

 

3.2.1 Das ErlebnisBIBELmuseum in Neustadt

Seit 1999 wurden die Ausstellungsräume kontinuierlich weiterentwickelt. Besonders um junge Menschen für die Bibel zu interessieren, wurde zunächst eine „Lernstraße Bibelwelt“ errichtet, in der Kinder und Jugendliche mithilfe eines Entdeckungsbogens die Ausstellung aktiv erschließen können. [15] Um Erwachsene und kulturgeschichtlich interessierte Menschen anzusprechen, erfolgte seit 2003 eine Umgestaltung der Bibelausstellung in das „Pfälzische Bibelmuseum“, seit 2006 Mitglied im Museumsverband Rheinland-Pfalz.

 

Heute bietet das ErlebnisBIBELmuseum eine Sammlung archäologischer Funde und historischer Bibeln, die die Etappen der Bibelgeschichte lebendig veranschaulichen. Man kann bis zu 5000 Jahre alte Originale aus dem Land der Bibel bestaunen: Alltagsgegenstände, Öllampen, Schmuck und Götterfiguren. Bibeln aus rund 1000 Jahren führen in die Zeit der Handschriften und der ersten Bibeldrucke. [16]

 

Zu sehen sind jüdische Schriftrollen und seltene Bibeln der Reformationszeit wie Martin Luthers „Letzte Hand“ (1545) oder die „Neustadter Bibeln“ (1579 und 1594), historische Kinderbibeln sowie frühe Bibelübersetzungen in Sprachen Afrikas und Asiens. Man kann viele Bibelübersetzungen und mehr als 100 Kinderbibeln vergleichen, Künstlerbibeln betrachten und die „kleinsten Bibeln der Welt“ sowie selbstgestaltete Bibeln von Kindern und Jugendlichen entdecken. Der Erlebnisort spricht viele Sinne an. Man kann Mehl mahlen, Musik machen und spielen wie in biblischer Zeit, man kann riechen und schmecken, im Mönchsgewand mit Federn schreiben, Drucken wie vor 500 Jahren, das Vaterunser in vielen Sprachen hören, am Bibelbaum einen Vers mitnehmen oder am Computer recherchieren. Der Zuspruch zur Ausstellung ist ungebrochen. Es kommen alljährlich viele Einzelbesucher und Besuchergruppen jeden Alters, die signalisieren, dass sie durch die Ausstellung inspiriert werden, sich mit dem Buch der Bücher weiter zu beschäftigen.

 

3.2.2 Publikationen

Die „Veröffentlichungen des Pfälzischen Bibelvereins“ beleuchten beispielsweise die Geschichte der Bibel in der Region (Biblia deutsch; Die Bibel und die Pfalz) sowie die Entwicklung und die Einsatzmöglichkeiten von Kinderbibeln (Kinderbibel damals – heute – morgen). Drei Bände schaffen Zugänge zur Bibel in Mundart (Bibel uff Pälzisch; Bibel-Sprich uff Pälzisch; Woihnachtsgschicht uff Pälzisch). Ein Führer durch das ErlebnisBIBELmuseum (Der Bibel begegnen) ermöglicht eine eigenständige Erschließung oder die Vorbereitung eines Gruppenbesuchs. Ebenfalls publiziert wurden die Heftreihe „Bibel-Impulse“ mit Vorträgen zur Bibel sowie Postkarten mit Bibelmotiven (zusammen mit dem Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer).

 

Seit 1999 entstanden in Neustadt Bibelausgaben wie das Neue Testament „Gute Nachricht für die Pfalz“ (Kooperation mit dem Katholischen Bibelwerk Speyer) sowie die „Kinderbibel zum Selbstgestalten“ (2015 in 15 Sprachen), die „Kinderlesebibel“ (2012) sowie die Schul- und Jugendbibel „Die Bibel elementar“ (2010). Außerdem entstanden hier in Neustadt die didaktischen Arbeitshilfen wie „Bibel kreativ erkunden“, „Bibel unterrichten“, die ReliBausteine „Bibel“ und sowie der Einsteigerkurs „Bibel kennen lernen.“

 

3.2.3 Veranstaltungen und Ausstellungen

Der Bibelverein bietet immer wieder Veranstaltungen an oder beteiligt sich an Großereignissen. So organisierte er den Rheinland-Pfalz-weiten Wettbewerb „Bibel heute“ (2002), führte im Jahr der Bibel 2003 Aktionen rund um den Bibelbus sowie 2005 ein Pfälzisches Bibelfest in Frankenthal durch (beides in Kooperation mit dem Missionarisch-Ökumenischen Dienst in Landau). Regelmäßig ist der Bibelverein bei der Neustadter Bücherrallye und beim Deutschen Evangelischen Kirchentag dabei.

 

Zur Arbeit des Bibelvereins gehört die Erstellung von Wanderausstellungen (oft zusammen mit dem Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer). So entstanden Ausstellungstafeln und Begleitbände zu „Biblia deutsch –  Bibel und Bibelillustration vor Luther“ sowie zu „Kinderbibel damals – heute – morgen“. Weitere Sonderausstellungen gab es zu den Ergebnissen des Wettbewerbs „Bibel heute“ (Speyer 2002), zu „Musik in der Bibel“ (EKD-Themenjahr 2011), zum Thema „Reformierte Bibelausgaben“ (2013) sowie zum Lorscher Evangeliar, das 2014 als Faksimile dem ErlebnisBIBELmuseum gespendet wurde.

 

 

4. Ausblick

 

Das Ziel des Pfälzischen Bibelvereins, „die Bibel unter die Menschen und ins Gespräch zu bringen“, wurde zwar in vielfacher Weise umgesetzt, doch bleibt es eine Herausforderung für die Zukunft. Während andere Bibelwerke landeskirchlich organisiert sind, arbeitet der Pfälzische Bibelverein in einer Vereinsstruktur. Die Arbeit wird in großen Teilen ehrenamtlich geleistet. Wie alle Vereine muss auch der Bibelverein heute sehen, welche Arbeitsfelder noch auf diese Weise leistbar sind.  

 

Eine der Herausforderung ist, dass weiterhin Übersetzungen gefördert werden. Die Bibel wurde in Teilen in 2600 Sprachen übertragen – es gibt aber über 7000 Sprachen weltweit. Der Bibelverein wird weiterhin über die Weltbibelhilfe solche Übersetzungsprojekte unterstützen. Selbst in Deutschland geht der Übersetzungsprozess weiter. So wird die Luther-Bibel Ende 2016, voraussichtlich am Reformationstag, neu überarbeitet erscheinen, und die crossmedial einsetzbare Basis-Bibel mit ihrer Orientierung am Sprachgefühl der Menschen von heute wird wohl 2019 vollendet. Die Förderung von Bibelübersetzungen und die Spenden von Kinder- und Vollbibeln nach Übersee sind nicht über Einnahmen des Bibelverkaufs finanzierbar, sondern bedürfen darüber hinaus einer Unterstützung durch Menschen, die in Bibelgesellschaften organisiert sind. 

 

Gerade weil die Akzeptanz der Bibel in der Gesellschaft eher abnimmt, gilt umso mehr die Aufgabe, Interesse zu wecken und das Verständnis ihrer Botschaft zu fördern. So geht es heute noch darum, im Sinne des Vereinsgründers Adolf Risch, „Bibelfreunde“ zu gewinnen, für die die Bibel ein Lebensbuch werden kann und die der Bibel als Wort Gottes zutrauen, Hoffnung zu wecken. Der Bibelverein möchte mit seinem offenen ErlebnisBIBELmuseum, mit den Führungen, den Publikationen und den vielen Aktionen beitragen, dass Menschen Impulse erhalten, um wieder einmal oder neu in die Bibel hineinzuschauen und sich inspirieren zu lassen.

 

Der Pfälzische Bibelverein e.V. ist keine große Bibelgesellschaft und auch keine große Institution in der Pfälzischen Landeskirche, wohl eher ein „schönes Zweiglein“, wie der ehemalige Vorsitzende Martin Beck den Verein 1982 vor der Landessynode in Speyer benannte. Er leistet allerdings wertvolle Dienste, um die Bibel unter den Menschen in der Region bekannt zu machen sowie das Gespräch über sie und ihre Botschaft zu fördern. Doch um diese Aufgabe umsetzen zu können, bedarf es der Unterstützung von Mitgliedern und Spendern, denen die Sache der Bibel wichtig ist.

 

Termine 2015:

·         Dienstag, 21. April 2015, ab 13:00 Uhr: Tag der offenen Tür im ErlebnisBIBELmuseum Neustadt; 18:00 Uhr: Vortrag „100 Jahre Pfälzischer Bibelverein“ (Michael Landgraf)

·         Montag, 15. Juni 2015, 18:30 Uhr: Festakt „100 Jahre Pfälzischer Bibelverein“ in der Stiftskirche Neustadt mit Kirchenpräsident Christian Schad und Vertreter/innen der deutschsprachigen Bibelgesellschaften.

 

Informationen über den Pfälzischen Bibelverein und das ErlebnisBIBELmuseum:

·          Über die Website www.bibelverein.de sowie über die Flyer „Pfälzischer Bibelverein“ und „ErlebnisBIBELmuseum Neustadt“ (für Gemeinden werden sie in der entsprechenden Anzahl kostenfrei geschickt). 

·          Michael Landgraf, Die Bibel unter die Menschen und ins Gespräch bringen. 100 Jahre Pfälzischer Bibelverein (1915-2015). Neustadt 2015 (Agiro), ISBN 978-3-939233-42-8. Informationsheft anlässlich der 100- Jahrfeier 2015, das in die Geschichte und die Aufgaben des Bibelvereins einführt.

·          Michael Landgraf, Der Bibel begegnen. ErlebnisBIBELmuseum Neustadt an der Weinstraße. Neustadt 2012 (Agiro),  ISBN 978-3-939233-07-7. Der Führer durch das ErlebnisBIBElmusem in Neustadt dient zur Vor- oder Nachbereitung eines Besuchs.

 

Kontakt: Bibelhaus Neustadt, Stiftstraße 23, 67434 Neustadt,

Tel: +49 (0) 63 21-84772; Fax: +49 (0) 63 21-83712; Mail: kontakt@bibelverein.de,
Vorsitzender: Michael Landgraf, Geschäftsführer: Gerd Rieger

 


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[1] Der Artikel basiert auf der Festschrift von Michael Landgraf, „Die Bibel unter die Menschen und ins Gespräch bringen“, erschienen 2015 im Agiro-Verlag, Neustadt an der Weinstraße.

[2] Hierzu ausführlich Michael Landgraf (Hsrg.), Die Bibel und die Pfalz, Ubstadt-Weier 2005.

[3] Hierzu Hans Ammerich, Ausgewählte Bibelhandschriften des Mittelalters mit Bezug zur Pfalz, in: Michael Landgraf (Hrsg.), Die Bibel und die Pfalz (2005), S.37-42.

[4] Ein Exemplar befindet sich im Bibelmuseum Neustadt.

[5] Die Neustadter Bibel von 1579. Vollständiger Nachdruck der Bibelausgabe mit einer Einleitung von Michael Landgraf, Neustadt 2009.

[6] Hierzu Klaus Bümlein, Die Speyerer Bibel Ludwig Gegels, in: Michael Landgraf (Hrsg.), Die Bibel und die Pfalz (2005), S.70-73.

[7] Hierzu Michael Landgraf, Bibelverbreitung in der Pfalz im 19. Jahrhundert, in: Michael Landgraf (Hrsg.), Die Bibel und die Pfalz (2005), S.74-83.

[8] Zitiert nach Alfred Kubys Auswertung der Jahresberichte des Nürnberger Central-Bibelvereins (Pfälzische Beteiligung am Central-Bibelverein) in: BPfKG 60 (1993), S. 76f. 

[9] Entschließung des Königlichen Ober-Konsistoriums vom 22.9. 1847 (Archiv Bibelhaus Neustadt).

[10] Erlass des Königlichen Konsistoriums vom 4. Februar 1904 (Archiv Bibelhaus Neustadt).

[11] Siehe hierzu Michael Landgraf, Die Bibel und die Pfalz (2005), S.113-123 sowie ders.: Bibelverein und Bibelverbreitung in der Pfalz, in BPfKG 70 (2003), S. 65-80.

[12] Adolf Risch. Die deutsche Bibel in ihrer geschichtlichen Entwicklung. 1907. Neu aufgelegt 2011 im Europäischem Hochschulverlag (ISBN 13 - 978-3845712451).

[13] Das Pfälzische Pfarrerblatt 31/ 1931, S. 36f.

[14] siehe hierzu BibelReport 2013/2, S. 4 ff; http://www.weltbibelhilfe.de/fileadmin/user_upload/material/bibelreport/2013/BR_Heft_2_13.pdf

[15] Michael Landgraf, Lernstraße Welt der Bibel im Bibelhaus Neustadt, in: Bibel-Report 2001/2. S. 11.

[16] Ausführlich hierzu der Führer durch die Ausstellung: „Der Bibel begegnen“ von Michael Landgraf, Neustadt 2012.