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Dr. Dirk Kutting
Hermann-Ehlers-Straße 10a, 55124 Mainz

 

Erziehen Lehrer, lehren Eltern?

Verdrehte Erwartungen![1]

 

Beginnen möchte ich meine Überlegungen mit einem historischen und einem aktuellen Beispiel. Ein Vortrag Philipp Melanchthons zeigt, dass das Problem verdrehter Erwartungen anscheinend so alt wie die Pädagogik selbst ist.

 

Philipp Melanchthon „Die Leiden der Lehrer“

 

„Groß ist die Undankbarkeit der Schüler, die nicht nur überhaupt keine Wohltat von uns empfangen haben wollen, sondern gar noch behaupten, niemand habe sich schlechter um sie verdient gemacht als gerade wir. Sie lernen nichts und hassen uns gleich der Wissenschaft aufs grimmigste als ihre Marterknechte. Manche andere, die etwas von der Wissenschaft genascht haben, sind, indem sie sich eine gewisse Gelehrsamkeit einbilden, so von sich eingenommen – das ist ja eine Eigentümlichkeit dieses Alters –, dass sie sich um die Lehrer gar nicht mehr kümmern und bereits auf einer solchen Höhe des Wissens angekommen zu sein glauben, dass sie auf uns herabsehen können. Sie merken nicht, wie armselig eigentlich ihr Hausrat ist, auch bedenken sie nicht, wem sie das bisschen, was sie gelernt haben, verdanken.

 

Ich übergehe die mannigfachen Beleidigungen, die sie uns antun, wie sie die Nase rümpfen und den Mund verziehen, wenn man an etwas erinnert. So unheilvoll ist unsere Lage. ... Auch die Eltern der Schüler schätzen uns nicht höher als diese selbst. Sie denken nicht daran, dass sie die Sorge für ihre Kinder auf uns abgeladen haben. Ist uns doch Unterricht und Erziehung des Knaben in der ganzen Breite, mit allen ihren Kümmernissen und Gefahren, auf die Schulter gelegt, während die zuhause ungestört ihren Geschäften nachgehen. Und wenn sie uns gar ein schmales Entgelt gewährt haben, wie halten sie uns diese Wohltat vor! Fällt der Sohn gut aus, dann hat der Lehrer kein Verdienst. Macht er schlechte Streiche, dann wird der Lehrer verantwortlich gemacht. Als Diogenes einen jungen Menschen wegen seines Verhaltens beim Essen zu tadeln hatte, da gab dem Pädagogen eine Ohrfeige. Ganz in derselben Weise trifft die Lehrer die Schuld für alle Vergehen der Jugend. Das ist der Dank für unsere Mühen und Sorgen. ... Es wären noch allerhand Übel aufzuzählen, aber ich bin müde, die Zeit verbietet die Fortsetzung meiner Rede.“[2]

 

Ich lese diesen Vortrag gerne, zeigt er doch, dass selbst der große Lehrer der Deutschen manchmal in pädagogischen Fragen mit seinem Latein am Ende war und Lehrer schon immer Prügel für das Versagen ihrer Schüler bekamen. Wir kennen das sicher aus eigener Erfahrung: Bringen die Schüler tolle Leistungen, freuen sich die Eltern über ihre tollen Kinder. Liefern die Schüler eine schlechte ab, sind die Lehrer schuld.

 

Mein zweites Beispiel entstammt der anderen Seite. Ein kleiner Text soll ironisch verfremdet, aber ernst gemeint, die implizite Forderung an die Eltern zur Sprache bringen, den Unterricht nachzubereiten, die Hausaufgaben zu betreuen und generell oft das Lernen mit den Kindern überhaupt erst zu lernen:

 

Elternstammtisch

 

„Als ich in der fünften Klasse war, hatte ich für meine große Ode „Robinson Crusoe“ nur Lacher, aber keinen Preis gewonnen. Der Anfang lautete „Robinson Crusoe liegt am Strand ohne Hose...“ Den ersten Platz in unserer Klasse machte ein Gedicht mit vollendeteren Reimen, womit meine Klassenkameraden ihren Sinn für lyrische Harmonie und Gerechtigkeit bewiesen, allerdings bewiesen sie keinen Sinn für „blumig statt Logik“, wie Jean Paul gesagt hätte. Nach dem Vortrag des Siegergedichts sagte der Lehrer übrigens: „Da hat wohl die Mama ein wenig mitgeholfen!?“ Womit er richtig lag und wir fast beim Thema wären.

 

Inzwischen wird darüber diskutiert, warum viele Millionen Euro in die Bezahlung von Nachhilfestunden gesteckt werden. Niemand diskutiert, warum viele Millionen Stunden Zeit in die Hausaufgabenbetreuung durch Eltern gesteckt werden, es ist selbstverständlich.

„Wie habt ihr die Erdkundeaufgabe hinbekommen?“, wird beim Elternstammtisch gefragt. Diese Börse für wichtige Hinweise zur Bearbeitung der Hausaufgaben ist für manche Eltern ein Muss, für uns auch. Bei der Frage nach Erdkunde fällt keinem von uns ein, dass nicht die schülernden Kinder gefragt sind, sondern, die ihre schülernden Kinder fördernden Eltern. Wie habe ich die Erdkundeaufgabe hinbekommen? Ich gerate ins Grübeln... Das war vor der Geigenstunde meiner Tochter, sie nutzte die Wartezeit, um schon mal mit Erdkunde anzufangen, ich konnte also nur leicht dirigierend eingreifen, während sie die Bundesländer ausschnitt und versuchte, sie in ihr Heft zusammenzupuzzeln.

 

„Wo hast du Mecklenburg-Vorpommern?“ „Wahrscheinlich verloren!“ Auch das Saarland war unauffindbar, Berlin tauchte nur als Loch in Brandenburg auf, von Hamburg und Bremen ganz zu schweigen. Ich hasse den Föderalismus, warum nicht einfach: Nordland, Westland, Ostland, Südland, fertig. Hauptstädte: Hamburg, Köln, Berlin, München, basta. Ich sah mich schon in einen Copy-Shop gehen und altes Papier aus dem Müllkarton suchen, um die vielfach reproduzierte Vorlage der fehlenden Bundesländer einigermaßen ähnlich hinzubekommen. Ich hatte jedoch eine einfachere Lösung, die ich stolz den anderen Eltern präsentierte: „Ich habe die fehlenden Länder einfach ins Heft gezeichnet!“ „Was hast du gemacht? Kennst du nicht die Erdkundelehrerin und ihre pingelige Art?“ Oh Gott, ich sackte etwas in mich zusammen und beschloss, an diesem Abend keine Hinweise mehr auf unsere Hausaufgabenanfertigung zu geben, so schnell lass ich mir nicht mehr in die Karten gucken. Selber schuld, das haben die davon. Etwas beleidigt ging ich noch mal unsere derzeitige Hausaufgabenverteilung durch, die eigentlich recht gut in Schuss gekommen ist.

 

Ich habe vollständig Mathe übernommen, nachdem meine Frau im Selbstversuch anfing, Säulendiagramme mit Lego zu bauen, um sie besser zu verstehen, bevor sie sie erklären konnte. Dafür darf ich kein Englisch mehr, weil mein „TH“ so klingt, als ob Franz „Sissy“ ruft. Auch in Deutsch läuft es besser, nach ein paar Ordnungsrufen meiner Frau: „Dirk, nicht vor den Kindern!“ Jetzt sage ich beispielsweise: „Ich gehe gleich hinauf ins Fußballstadion, um mir ein Spiel von Mainz Null Fünf anzusehen.“ Das kurze: „Ich geh´ nuff zu de Nullfünfee!“ ist ersatzlos gestrichen von der Liste. Ich habe wirklich Hoffnung, dass wir die weiterführende Schule bestehen werden.

 

Für viele Eltern ist es eine Tatsache, dass in der Schule viele schöne Dinge gemacht werden: Es werden Ausflüge durchgeführt, außerschulische Lernorte besucht, über das Verhalten in der Klasse diskutiert, es wird überhaupt viel diskutiert, Freunde werden in der Schule getroffen, man hat Spaß, und wenn man keinen Spaß hat oder keine Lust, schaut man einen lehrreichen Film. Ach ja, und Unterricht war auch noch, über den erfährt man zwar aus Schülermund nichts, aber doch zumindest aus dem Hausaufgabenheft, so dass sich den Eltern der Eindruck vermittelt, in der Schule wird mitgeteilt, was zu Hause zu tun ist. Das Lernen wird an den ruhigen Ort des häuslichen Herdes delegiert, in dessen Zentrum jedoch kein wärmendes Feuer mehr flackert, sondern sich Kinder hinter Laptops abschirmen, um in Facebook ihre Identität aufzubauen.

 

Die Eltern sind dann in der gefühlten Bringschuld, ihre Kinder zu motivieren, kreative Hausaufgaben wie z.B. „Verarbeite die Vokabeln der letzten drei Englischlektionen in einer Comicgeschichte“ in den Abendstunden hinzubekommen.

 

Josef Kraus Elternschelte

 

Gleichzeitig müssen sie sich anhören, dass sie ihre Kinder zu sehr beschützen, sie emotional überfrachten und mit den eigenen Leistungsansprüchen überfordern, wie es kürzlich der Präsident des Lehrerverbandes, Josef Kraus, in mehreren Zeitungsartikeln („Wir erziehen eine unmündige Generation“, in: FAS 13.05.2012, Nr. 19, 6; „Schulstress: Die Eltern sind Schuld“, ebd.; und „Maximale Verwöhnung, gigantischer Erfolgsdruck“, in SZ.) vortrug.

 

Im Dreieck Lehrer, Schüler, Eltern, seien die Eltern die schwierigste Gruppe. Sie vernachlässigen ihre Kinder, und noch schlimmer, sie behüten ihre Kinder zu sehr. Bislang waren an Bildungsfragen desinteressierte Eltern die schwierigsten, jetzt sind es die wohlwollenden.

 

Er spricht von einem Prinzen- und Prinzessinnensyndrom: Seine Majestät, das Kind, lasse sich nach allen Regeln der Kunst von den Eltern verwöhnen. Mit dem Resultat, dass Eltern den Lehrern 80 % ihrer Energie kosten würden.

„Wir haben Eltern, beileibe nicht nur Mütter, die ihre Kinder vom Kindergarten bis zum Studium restlos verplanen und begleiten.“

 

Schulen werden für Misserfolg der Kinder verantwortlich gemacht, weil ein Misserfolg des Kindes für die Eltern narzisstische Kränkung bedeute. Die Kinder werden idealisiert und zur Projektionsfläche unerfüllter Wünsche, die Kinder müssen für die Zukunftsängste der Eltern gerade stehen. Die Eltern verklärten die Kindheit und haben die Forderung an sich selbst, den Kindern eine perfekte Kindheit bieten zu müssen.

 

Das Resultat sei für die Kinder höchst problematisch, nämlich maximale Verwöhnung und gigantischer Erfolgsdruck. Lehrer werden für gute Noten verantwortlich gemacht, unter Druck gesetzt, es wird geklagt oder gar die Schulaufsicht gegen Lehrer eingesetzt. Die Folge: Eine „Gefälligkeitspädagogik“ gewinnt an Gewicht. Weitere Folge dieser weitgehenden Einmischung: Kindern bleibe kein Raum für eine selbständige Entwicklung.

 

Richtige Antworten?

 

Die Eltern erziehen falsch, die Lehrer lehren zu wenig, die Eltern müssen Unterricht ersetzen, die Lehrer zu Erziehern werden. Die Probleme und Schwierigkeiten werden sich gegenseitig zugeschoben.

 

„Und du sagst uns jetzt, wie man es richtig macht!“, sagte einmal eine Kollegin zu mir, als ich einen Workshop zum Thema „Unterrichtsstörungen“ leitete. Worauf ich leider nur antworten konnte: „Wenn ich die eine richtige Antwort für das Problem hätte, dann gäbe es das Problem nicht mehr, weil jeder die richtige Antwort anwenden würde.“ Also werde ich keine richtige Antwort geben, aber versuchen, das Problem richtig in den Blick zu nehmen, um vielleicht ein paar Entlastungsmomente benennen zu können.

 

Ein bisschen Schultheorie

 

Zunächst einmal: Das Problem ist ein gutes Problem, weil es auf das Wesen der Institution Schule aufmerksam macht. Schule ist ursprünglich eine Institution, die die Eltern in ihrer Erziehungsarbeit unterstützen soll. Der Staat als Schulaufsicht ist als Sachwalter gegebener Aufträge zu verstehen, da als Auftraggeber zunächst die Erziehungsberechtigten und sodann die verschiedenen am gesellschaftlichen Leben teilnehmenden Institutionen (wozu der Staat neben anderen gehört) zu nennen sind.[3]

 

Die Eltern sind in unserer bürgerlichen Gesellschaft die Auftraggeber dieser Einrichtung, der Staat soll mit der Einrichtung von Schulen den Familien helfen. Ziel der Schule ist es den Kindern die Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die sie zu selbständigen Teilnehmern an allen wichtigen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens macht. Die Kinder müssen nicht nur Deutsch und Mathe, Sprachen und Naturwissenschaften kennen, sie müssen eine Orientierung als Staatsbürger, als Teilnehmer der Wirtschaft, als Kenner gemeinverbindlicher wissenschaftlicher Regeln und als handlungsgewisser, nämlich religiös gebildeter, Menschen bekommen.

 

Die Schule hilft in einer hochdifferenzierten Gesellschaft Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die eine Familie überfordern würde, die aber dennoch vonnöten sind, unsere Gesellschaft auf dem Niveau zu halten, das sie erreicht hat. So bekommen wir heute aber den Eindruck, die Schule arbeite weniger im Auftrag der Eltern als im Auftrag eines Marktes, der bestimmte Fähigkeiten verlangt. Und dieser Eindruck täuscht nicht; die Frage ist nur: müssen sich Eltern dem unterordnen? Die Auseinandersetzung um die Schule, die ich vorhin skizziert habe, hat sich auf individuelle, persönliche und private Schwierigkeiten bezogen, jedoch stehen ursprünglich massive gesellschaftliche Richtungsentscheidungen für die privaten Fragen Pate. Wird nicht im Privaten ausgetragen, was Resultat einer gesellschaftlichen Umgestaltung ist?

 

Es sei hierbei nur an die Schieflage in der Betreuungsgelddiskussion erinnert. Früher mussten sich Mütter rechtfertigen, wenn sie arbeiten gingen und bekamen keinerlei öffentliche Unterstützung. Heute müssen sie sich sagen lassen, sie versagen ihren Kindern Bildungschancen, wenn sie sie nicht öffentlich in Kinderkrippen betreuen lassen. Egal, wie man diese Diskussion einschätzt, sie zeigt den Wandel der Fragestellung. Das Problem sind also nicht nur unmündige Kinder als Folge einer falschen Erziehung, sondern ursprünglich schon entmündigte Eltern, die wie die Lehrer mehr und mehr einer marktförmigen, marktgängigen, marktabhängigen Bildungspolitik untergeordnet werden. Eltern und Lehrer reagieren mit ihrer oft hektischen und überdrehten Schultätigkeit im Sinne der Kinder panisch auf Zukunftsanforderungen des Marktes.

 

Traditionell war es so, dass die Eltern die Gesinnung ihrer Kinder prägten, die Eltern tradierten ihre Sicht aufs Ganze, die Eltern ließen die Kinder an ihrer Frömmigkeit teilnehmen und schenkten ihren Kindern die Gewissheiten, die sie zum Leben brauchten. Die Schule gab hierzu bestenfalls ergänzende, kritische und erweiternde Perspektiven. Die Schule war eine Übergangsinstitution, die den Kindern die Möglichkeit gab, aus der privaten Atmosphäre der Familie ein stück weit herauszutreten und in einer geschützten Öffentlichkeit Erfahrungen zu sammeln und Kenntnisse zu erwerben, die ihnen schließlich ermöglichten, die Elternhäuser zu verlassen, um selbständig freie Teilnehmer der ganzen Gesellschaft zu sein.

 

Mit einem Wort: Die Schule war und sollte eine Institution des Übergangs sein, die allen Bereichen der Gesellschaft diente und nicht nur der Wirtschaft.

Die Bildungsverantwortung der Kirchen und religiösen Gemeinschaften z.B. rührt daher, dass sie in einer Welt der Indifferenz eine Daseinsorientierung vermitteln, die sich gelebter Frömmigkeit verdankt. Bezogen auf die Schule unterstreicht das die Bedeutung des Religionsunterrichts, aber mehr als dies vor allem die Begleitung der Schüler in der Übergangsinstitution „Schule“ durch Seelsorge und regelmäßige Gottesdienste. Es kann wohl kaum eine berufenere Institution geben Übergänge zu gestalten, als die Kirche. Ich glaube, Überbehütung und Überforderung der heutigen Kinder hat ihre Ursache in der Angst vor einem Markt, der die Kinder frisst. Vor dieser Welt sollen die Kinder so lange wie möglich bewahrt werden, zugleich sollen die Kinder sich aber einmal in dieser Welt behaupten können. Wie das funktionieren soll, ist mir ein Rätsel. Leider vergessen, aber vorbildhaft haben die Kirchen, in denen die Werte „Selbständigkeit“ und „Gemeinwohl“ immer noch Bedeutung haben, immer noch etwas zu sagen. Wir müssen es aber auch sagen und leben. In welcher anderen Institution vermittelt sich so klar und ausgearbeitet eine befreite Handlungsgewissheit, die sich in einem größeren Ganzen aufgehoben weiß, als in der christlichen Kirche (im Singular)?

 

Lassen Sie mich nach diesem kleinen schultheoretischen Exkurs auf die konkrete Erziehungssituation zurückkommen und ein paar Hinweise für Eltern und Lehrer geben. Meine These lautet nun: Ja, auch Eltern lehren, und ja, auch Lehrer erziehen.

 

Eltern lehren

 

Ich glaube nicht, dass eine Schullaufbahn ohne die Unterstützung durch die Eltern funktionieren kann. Natürlich müssen die Kinder selbständig arbeiten und Verantwortung für ihre Aufgaben selbst übernehmen, aber das geht sicher nicht ohne Interesse für die Lernerfolge und den Lernfortschritt der Kinder.

 

Voraussetzung für eine sinnvolle Unterstützung ist ein gutes Maß Distanz: Deine Leistung ist nicht meine Leistung! Sätze wie „Wir haben wieder eine vier in Mathe“, sind verräterisch.

 

Daher gilt: Auch schlechte Leistungen sind immer noch Leistungen! Auch diese kann man ohne Beschönigung anerkennen, die Fehler hat der Lehrer rot angestrichen, die Eltern können nun aber auch das richtige noch mal hervorheben. „Hier hast vier Sätze hintereinander keinen Fehler im Diktat gemacht.“

 

Wenn es um die Hausaufgaben geht, dann ist sicher: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser, Druck am schlechtesten! Eltern haben nicht dafür zu sorgen, dass alle Hausaufgaben korrekt gemacht wurden, aber sie haben die Aufgabe dafür zu sorgen, dass sie überhaupt gemacht werden. Wenn die Kinder keine Fehler in den Aufgaben machen dürfen bzw. können, weil die Eltern sie korrigieren, dann fehlt dem Lehrer ein wichtiges Instrument der Rückmeldung über den Leistungsstand seiner Schüler. Er weiß z.B. nicht, was noch einmal erklärt und wiederholt werden muss.

Wenn man seine Kinder nach der Schule fragt, wie war es heute, dann bekommt man häufig zu hören: „Gut!“ oder „Lass es!“ Dennoch gilt in Bezug auf die Schule immer trotzdem die Regel: Ihr Kind sagt nichts, sagen Sie etwas! Das Interesse muss ja nicht nur dem Unterricht gelten, sondern kann auch dem sozialen Erleben in der Schule: Was war lustig, was hat genervt? Man muss es nicht wissen, aber interessant ist z.B. schon, wer neben seinen Kindern im Unterricht sitzt.

 

Wenn es in Bezug auf die Hausaufgaben zum Machtkampf kommt, dann machen wir oft die Erfahrung: Jeder Machtkampf hat zwei Verlierer! Ich empfehle Eltern, den Standpunkt der Schule und der jeweiligen Lehrkraft einzunehmen: „Du willst die Aufgaben nicht machen, aber deine Lehrerin will es, und du musst sie machen, weil sie es will.“ D.h. wir agieren nicht, weil wir uns um die Zukunft unseres Kindes sorgen, sondern weil wir im Sinne der Institution das Geforderte als Delegierte der Schule auch verlangen. Über den Sinn einzelner Aufgaben können wir immer noch am Elternabend sprechen, wenn es unbedingt nötig ist, aber vielleicht nicht unbedingt mit dem Kind. Wir untergraben die Autorität der Lehrer, wenn wir uns die Meinung der Kinder zueigen machen.

 

Dementsprechend ist dann auch erpressen besser als bestrafen. „Wenn du das und das gemacht hast, dann darfst du in Facebook gehen!“, ist also fördernder als zu sagen „Weil du das und das nicht gemacht hast, darfst du nicht in Facebook.“ Das bedeutet jedoch nicht, dass man, wenn man es für geboten hält, nicht doch einfach den Router abschaltet.

 

Wenn es nur noch um Hausaufgaben und Schule geht, dann stimmt etwas in der Familie nicht, daher gilt sicher auch folgende Regel: Lieber entspannt Federball gespielt als schlecht Mathe gelernt! Manchmal kann es sinnvoll sein, bestimmte Fächer auch mal an jemand anderes, wie eben einen Nachhilfelehrer, zu delegieren, die gewonnene Zeit kann dann entspannter genutzt werden als für Streit über das Lernen. Obwohl sich Streit natürlich nicht vermeiden lässt, denn beim Lernen geht es schließlich nicht immer ums Lernen! Oft sind es doch die ganz gewöhnlichen Beziehungsdynamiken, die beim Thema Schule nur einen Aufhänger finden. Eigentlich habe ich immer die Erfahrung gemacht: Je ruhiger es vordergründig war und je weniger Kontakt ich mit meinen Kindern hatte, desto mehr war untergründig im Busch. Je mehr Krach und Auseinandersetzung es gab, desto besser wurde auch wieder unser Verhältnis.

 

Umgekehrt haben wir alle unsere eigenen Lernerfahrungen gemacht, die wir vielleicht nicht unbedingt auf unsere Kinder projizieren sollten. Warum sollen meine Töchter in Französisch schlecht sein, nur weil ich es war. Meine Lernerfahrungen brauchen nicht deine Lernerfahrungen zu werden!

Mir selbst macht das Lernen mit den Kindern, immer am meisten Spaß, wenn ich selbst Interesse für die Aufgaben zeige und gleichzeitig selbst wieder etwas verstehen oder lernen möchte. Wenn ich z.B. merke, dass ich doch noch ein paar französische Vokabeln kenne, und wenn das Kind das Gefühl hat, der Papa hat auch was vom Lernen.

Wenden wir uns den erziehenden Lehrern zu.

 

Lehrer erziehen: Zwei Leitbegriffe für die Lehrerrolle „Präsenz und Absenz“

 

Das, was mit dem Wort „Präsenz“ gemeint ist, spielt in jedem Erziehungsprozess eine immer wichtigere Rolle. Der große Erfolg von Michael Winterhoffs Tyrannenbuch[4] erklärt sich sicher aus einer Sehnsucht nach klaren Rollen und der Frage von allen Erziehern (Eltern und Lehrern): Dürfen wir das wieder? Dürfen wir wieder unsere Rolle ausfüllen? Dürfen wir als Lehrer wieder erzieherisch tätig sein? Dürfen wir Dinge sagen, wie „Setz dich ordentlich hin?“, „Nimm den Kaugummi aus dem Mund!“ oder „Verhalte dich nicht unverschämt mir gegenüber!“ Wir wissen natürlich: Nicht nur dürfen wir solches, wir müssen sogar solches, sogar täglich, wiederholt!

 

Sicher hat Winterhoff recht, wenn er sagt, es kommt darauf an, uns bewusst zu machen, Kinder wieder als Kinder zu sehen. Die eigene Rolle von Erziehenden muss geklärt sein, damit sich aufgrund einer klaren Haltung Handlungsspielräume eröffnen. Hilfreicher für unsere Arbeit finde ich es jedoch, nicht von kindlichen Tyrannen zu sprechen. Denn: Sind etwa die Kinder Schuld, wenn ihr unverschämtes Verhalten belohnt wird? Oder wenn ihr Wohlwollen mit erzieherischer Nachgiebigkeit und materieller Freigiebigkeit erkauft wird? Und, wie verhält es sich mit den anderen üblichen Verdächtigen? Sind etwa die Eltern und Lehrer Schuld, wenn sie wie einst Don Quichotte in ihrem Kampf gegen den kulturell-industriellen Komplex auf zumindest schweren Posten stehen? Der Kampf gegen die Medien ist ein Kampf gegen Windmühlen. Sollen Appelle und Bitte, Bitte-Rufe Wirkung zeigen gegen milliardenschwere, weltweit agierende Verdummungskampagnen im Namen der Meinungsfreiheit? Schuldzuweisungen sind immer schnell ausgesprochen und helfen in der konkreten erzieherischen Handlungssituation nicht weiter.

Daher halte ich einen Ansatz, in dem nicht von Kindern als Tyrannen, einem Lob der Disziplin, von hilflosen Eltern oder zu hassenden Lehrern gesprochen wird, für hilfreicher. Haim Omer und Arist von Schlippe sprechen in ihren Büchern[5] sehr viel haltungs- und handlungsorientierter von elterlicher Präsenz. Ich möchte diesen Begriff auch auf die erzieherische Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern übertragen und dann von pädagogischer Präsenz sprechen. Was ist darunter zu verstehen?

 

Wenn man Winterhoffs Diagnose für richtig hält, und ein falsches Verständnis von Partnerschaft zwischen „Erziehern und Zöglingen“ zum Problem geworden ist, dann legt sich als Heilmittel eine Rückkehr zur Autorität nahe. Wie weit kommt man jedoch damit, wenn nun vielleicht das asymmetrische Rollenverständnis von Lehrern und Schülern wieder besser geklärt ist? Sind damit alle Erziehungsfragen im Unterricht geklärt? Wohl kaum! Es beginnt nämlich etwas, woran unser Unterricht mindestens ebenso leidet, wie unter einem chaotischen Laissez-faire. Ich denke an die öden Machtspielchen und -kämpfe im Unterricht. Zu Zeiten der Feuerzangenbowle mag das noch einen gewissen Charme gehabt haben: Den Lehrern wird von den Schülern halbwegs intelligent ein Streich gespielt und die Schüler werden von Lehrern schrullig diszipliniert. Einer ist des andern Feind, mit viel Liebe zum Detail. Aber heute wird diese Art von Pädagogik ganz schnell zu einem humorlosen technischen Sanktionsapparat auf der einen Seite und einem letztlich lustlosen, nicht selten bösartigen Renitenzgehabe auf der anderen Seite. Ein Macht- und Dominanzkampf halt eben. „Ich werde euch schon noch zwingen!“ – „Wir werden dir zeigen, dass Du uns nicht zwingen kannst!“

 

Pädagogische Präsenz bedeutet die Aufhebung der Rollenkonfusion. Autorität ohne Machtkampf. Es geht darum, sich klarzumachen, dass man der Lehrer ist. „Ich bin hier der Lehrer!“ „Ich bin hier die Lehrerin!“ Diesen Satz kann man sich sagen, aber man muss ihn auch erleben und mit Leben füllen. Wenn man die Aufgabe, pädagogisch präsent zu sein, wirklich annimmt, dann muss man nicht in ein autoritäres Gehabe zurückfallen. Es geht um eine Autorität, die sich nicht in Frage stellen lässt, auch wenn sie um die Grenzen der Durchsetzungsfähigkeit weiß. Zum Beispiel: Ein Schüler weigert sich, am Unterricht mitzuarbeiten. Ein autoritärer Lehrer wird versuchen, ihn zu zwingen. Eine zynische Lehrerin wird ihn beschämen. Ein einfühlsamer Lehrer wird sich sorgen. Eine pädagogisch präsente Lehrerin bleibt bei sich: „Ich kann dich nicht zwingen. Dennoch sage ich dir: Ich möchte, dass du mitarbeitest, auch wenn ich dich nicht zwingen kann!“ Eine pädagogisch präsente Lehrerin bleibt bei sich, weil ihr ihre Rolle klar ist. Sie ist dem Schüler ein erwachsenes Gegenüber. Sie wird den Schüler nicht anschreien! Sie wird sich nicht lustig über ihn machen! Sie wird sich nicht von der zu Schau gestellten Unfähigkeit etc. überfluten lassen und selbst hilflos!

 

Die detektivische Aufgabe für uns Lehrerinnen und Lehrer lautet: Wie können wir uns im Unterricht wohl in unserer Haut fühlen? Fühlen wir uns wohl, wenn wir schreien, weil es laut ist? Fühlen wir uns wohl, wenn wir das Gefühl haben, nicht bei den Kindern anzukommen? Als Detektive für unsere pädagogische Präsenz müssen wir uns eine Chance geben: Die Entdeckung unserer Präsenz, weil wir uns nicht unter Druck setzen. Wir sorgen nicht für Ruhe, weil ein imaginärer Schulleiter oder imaginäre Eltern oder gar unsere eigenen Eltern mit im Klassenraum sitzen. Wir sorgen nicht für Ruhe. Wir sind ruhig, weil wir uns selbst achten und unserem Selbsterleben im Unterricht Raum geben. Wir gehen auf die Suche, zunächst nach unserer eigenen Ruhe. Die aufmerksame Klasse ist dann nur ein mögliches „Abfallprodukt“. Wir verwirklichen kein Lernziel „Ruhige Klasse“ samt phantasiertem Lob von Oben. Wir trachten auch nicht nach Ruhe. Wir sind einfach selbst ruhig. Für uns. Es geht nicht um „Wettentspannen“ (von dem so schön Peter Licht singt) oder gemeinsames Aus- und Einatmen. Es geht nicht um Wellness im Klassenraum. Es geht einzig und allein um unsere präsente Anwesenheit.

 

Der pädagogisch präsente Lehrer ist da und bleibt da; das ist das wichtigste. Er weicht nicht zurück. Er weicht nicht aus. Vor allem schlägt er nicht zurück, auch nicht verbal! Ein pädagogisch präsenter Lehrer bleibt bei sich, weil ihm seine Rolle klar ist und er mit seinem Bei-sich-Bleiben dem Schüler gibt, was dieser braucht. Er ist jemand, der ein Erwachsener ist und bleibt. Von dem man lernen kann, nicht zurückzuweichen.

 

Ein pädagogisch präsenter Lehrer ist authentisch und modellhaft. Eine pädagogisch präsente Lehrerin macht sich ihre Situation und ihre Rollenfunktion nicht nur bewusst und ändert ihre Haltung, sondern ist und bleibt immer auch handlungsfähig. Ich bin mir meiner Präsenz bewusst, darum bin ich erzieherisch kompetent. Ich kenne meinen Selbstwert in meiner pädagogischen Aufgabe, darum kann ich auch körperlich wahrnehmbar anwesend sein. Ich glaube, dass richtig ist, was ich vertrete, darum kann ich auf Regeln und ihre Einhaltung achten. Ich bin da und bleibe da, darum kann ich um meine Klasse kämpfen, nicht aber gegen sie. Ich bin offen, mein Handeln zu hinterfragen, darum kann ich Interesse an meiner Klasse zeigen, auch wenn etwas schief läuft. Ich lasse es nicht laufen. Ich gucke hin. Ich schreite ein. Ich weiß, dass nicht jede meiner Handlungen unmittelbar Erfolg hat, aber ich weiß auch: Meine Schüler erwarten einfach sehnsüchtig, dass ich meiner Rolle gerecht werde und Präsenz zeige. Präsenz zu zeigen heißt aber nicht, direkt alles durchsetzen zu können. Es wird aber darauf vertraut, dass es sich auszahlt, wenn ich mich nicht verbiegen lasse.[6]

 

Es kommt an. Schüler wollen oder können manchmal nicht zugeben, wenn sie ein pädagogisch präsenter Lehrer beeindruckt hat. Sie müssen erst mal natürlich maulen, auch wenn sie schon längst etwas kapiert haben. Sollen sie sich halt uneinsichtig zeigen, sollen sie halt maulen; Hauptsache, sie habe die Botschaft verstanden und reagieren entsprechend, manchmal vielleicht erst in der nächsten Stunde, manchmal vielleicht erst in der Erinnerung nach der Schulzeit. Präsenz wirkt nach und ist nach-haltig.

 

Der präsente Lehrer ist wahrnehmbar anwesend. Darf er auch abwesend sein? Oder muss er auch absent sein können, um im guten Sinn präsent zu sein? Ich habe den Begriff deshalb eingeführt, damit uns deutlich wird: Es gibt in der Pädagogik nie nur eines. Pädagogik lebt von polaren Spannungen, zwischen denen wir uns als Lehrerin und Lehrer bewegen. Erziehen heißt, das Mittlere finden, das wussten schon Aristoteles und Schleiermacher. Das ist nicht politisch gemeint, wie wir das oft vorgemacht bekommen: Man muss den kleinsten gemeinsamen Nenner finden, um dann zu behaupten, dass dies die größte Differenz zum politischen Konkurrenten ausmache. Es ist gemeint im Sinne einer notwendigen und produktiven Verunsicherung.

 

Wir müssen in eine Suchbewegung hineinkommen. Deshalb stelle ich mir unter Absenz so etwas vor wie die „Figur“ der Katze Nevermore in Jacques Rivettes wunderbarem Film Die Geschichte von Marie und Julien. Sie durchsteift diesen Film und scheint alles wahrzunehmen und ist dennoch in ihrer Welt. Für mich ist diese Katze, wie eine Figur aus einem anderen Höhlengleichnis. Sie ist nicht der Lehrer, der das Licht gesehen hat und davon Kunde geben will. Nevermore hat keine Botschaft. Sie will nicht gegen den Willen der lichtunkundigen Gefangenen diese das wirkliche Sehen lehren. Die Katze Nevermore? Was weiß sie? Was empfindet sie? Was nimmt sie wahr? Wir denken alles, weil sie immer da ist. Aber stimmt das? Ist sie nicht nur eine Katze? Hat sie das Licht gesehen? Kann sie etwas mitteilen? Hat sie eine Lehre? Wohl kaum! Wenn nicht die Lehre der abwesenden Präsenz!

 

Wie wäre das? Wir durchstreifen unseren Klassenraum, sind ganz bei uns in unserer Welt wie Nevermore. Die Schüler denken, wir nähmen alles wahr, wüssten alles, wir sind aber bei uns. Ist das so ein furchtbarer Gedanke für uns Lehrerinnen und Lehrer? Es könnte doch die höchste Kunst sein, sich überflüssig zu machen. Nicht einseitig, nicht programmatisch, nicht extrem, wie so vieles in der Pädagogik und für die Schulreform propagiert wird. So jetzt sind wir alle so und nur so: Antipädagogen, Ökopädagogen, Friedenspädagogen, Weltrettungspädagogen... Ich meine das eher bescheiden und entlastend. Wir können präsent sein, wenn es darauf ankommt, aber halt auch eben absent und manchmal unberührbar. Wir können unsere Leute mit unserem Arbeitsmaterial arbeiten lassen und stören sie dabei nicht. Wir können Vorbild sein und Papier auflesen, das auf dem Boden liegt, aber müssen wir deswegen immer auf allen Vieren herumkriechen? Wir können auch an manchem manchmal vorbeigehen und es vorbeigehen lassen.

 

Deutschlehrerin Hedwig Kolb

 

Ein wunderschönes Beispiel für diese präsente pädagogische Haltung finde ich in Uwe Tellkamps Roman „Der Turm“:„Christian registrierte die verschiedenen Arten des Stillwerdens in der Klasse: bei Schnürchel schlagartig, eine Stille, die nach umgebrachtem Lärm entstand; bei Frank wurde es, wenn er den Raum betrat, zunächst noch lauter, weil er als Klassenlehrer sofort mit Fragen und Problemen bestürmt wurde; Uhl mähte die Gespräche mit einem gedonnerten ‚Ruhe!’ nieder, und nur bei Hedwig Kolb war es eine Stille, die sich öffnete, als wären die Stimmen ein Gewirr von Waldpflanzen, die ihrem Schritt zurückwichen. Die Fee der Buchstaben hob ein Stück weiße Kreide und schrieb das Thema der Stunde an die Tafel. Die Klasse wartete, Hedwig Kolb drehte sich um und ließ ihren verhangenen Blick über die Schülerreihen tupfen, als müsste sie sich vergewissern, ob die Klasse noch die gleiche wie zur gestrigen Unterrichtsstunde sei ... sie ließ ihren Blick hier und dort hängen, er verweilte sinnend über dem Kopf eines Schülers, wie eine Blumenkanne über Blüten verweilt, während die sie haltende Hand zögert: Noch einen, noch zwei oder gar drei Tropfen? Bringen sie Schaden oder Nutzen? Dann strich der Blick weiter, und er verbarg seinen Zweifel in unterschiedsloser, gleichwohl nicht gleichgültiger Freundlichkeit. Ohne dass Hedwig Kolb autoritär auftrat, besaß sie Autorität und wurde von den Schülern geachtet“ (S. 339f.).

 


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[1] Vortrag beim Bildungsempfang des Evangelischen Kirchenkreises Koblenz am 20.09.2012 im Bischöflichen Cusanus-Gymnasium unter Leitung der Schulreferentin Pfarrerin Dr. Anja Diesel

[2] Philipp Melanchthon, Der Lehrer Deutschlands. Ein biographisches Lesebuch von Hans-Rüdiger Schwab, darin: Rede von den Leiden der Lehrer, München 1997, 161f

[3] Reiner Preul, Religion, Ethik und Philosophie in der Schule, in: Religion, Ethik, Schule, Hg. C.T. Scheilke und F. Schweitzer, New York, München, Berlin 1999, 313f.

[4] Michael Winterhoff, Warum unsere Kinder Tyrannen werden. Oder: Die Abschaffung der Kindheit, Gütersloh 2008.

[5] Haim Omer/Arist von Schlippe, Autorität ohne Gewalt, 6. Aufl. Göttingen 2008, und Autorität durch Beziehung, 4. Aufl. Göttingen 2008.

[6] Vgl. ebd., 34.