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Christoph Bevier
Kolpingstraße 6, 68165 Mannheim

 

Zur Sinndimension von Supervision*

 

 

1) Einleitung 

 

Ich beginne mit einigen Gedanken zur Notwendigkeit der Frage nach der Sinndimension von Supervision, weil sie deutlich machen, wie stark die Sinndimension supervisorisches Geschehen prägt. Danach beschreibe ich Aspekte der Sinndimension selbst, unter dem Fokus von Entstehung von Sinn und Wirkung von Sinn. Zum Abschluss des 1. Teils des Referats folgen einige Gedanken zur Bedeutung der Sinndimension für die Praxis der Supervision.

 

Weil in der pastoralpsychologischen Perspektive eine Alternative zur konstruktivistischen Sicht der Konstruktion von Sinn deutlich wird, liegt es nahe, mit einem 2. Abschnitt fortzufahren, der sich mit den Spezifika der pastoralpsychologischen Grundhaltung beschäftigt, weil in der Glaubensperspektive, die zur pastoralpsychologischen Grundhaltung gehört, Sinn nicht als zu konstruieren, sondern als gesetzt und vorausgesetzt gilt. Zum Schluss frage ich nach dem Ertrag der pastoralpsychologischen Grundhaltung für die Supervision.

 

 

2a) Zur Notwendigkeit der Frage nach der Sinndimension von Supervision

 

In seinem Aufsatz „Die Sinndimension in der Supervision“ [1] macht Michael Klessmann die Bedeutung der Frage nach der Sinndimension von Supervision an einem Beispiel deutlich. Durch Personalkürzung in einer psychiatrischen Aufnahmestation ist die Betreuung besonders unruhiger Patienten und Patientinnen nicht mehr möglich. Der Stationsarzt schlägt vor, die Abgabe von Beruhigungsmitteln zu erhöhen, andere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen protestieren und sagen, besonders unruhige Patienten und Patientinnen seien durch persönliche Zuwendung gut zu beruhigen [2]. Sinndimensionen und Sinnsetzungen stehen hier gegeneinander. Auf der einen Seite ein an möglichst reibungslosen Abläufen interessierter und naturwissenschaftlich basierter Ansatz, auf der anderen Seite ein sozial-psychiatrischer, humanistischer Ansatz [3]. Reicht es, fragt Klessmann, wenn eine Supervisorin, ein Supervisor im konkreten Falle einen Kompromiss zu erarbeiten hilft, oder ist es sinnvoll, in der Supervision ein tieferes Gespräch über die verschiedenen Sinnannahmen anzuregen? [4]

 

„Supervision im Kontext der Ökonomisierung“ [5] heißt die Überschrift eines Abschnitts in dem Aufsatz von Michael Klessmann. Supervision steht von ihrem Auftrag und ihrer Zielsetzung her unter dem Zeichen von Komparativen. „Es (die Arbeit) soll besser, effektiver, zufriedenstellender, brauchbarer werden.“ [6] Arbeit ist von den Prozessen der Ökonomisierung geprägt [7] und Supervision bleibt von dieser Entwicklung nicht unberührt. Stellt sie sich in den Dienst der Ökonomisierung? Stärkt sie Kräfte, die gegen die Ökonomisierung opponieren? Supervision verhält sich per se zu diesen Entwicklungen, einerlei ob sie dies reflektiert oder nicht. Supervision geschieht in und unter den zeitgenössischen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Gesellschaft und der Menschen, die in ihr leben, und ist so auch verbunden und verstrickt in die Strukturen und Gesetzmäßigkeiten, die Leben und Arbeit bestimmen. Es gibt keine Wertneutralität oder Wertfreiheit von Supervision, vielmehr ermöglicht die Behauptung von Wertneutralität oder Wertfreiheit den unreflektierten Einfluss potenter gesellschaftlicher Werte (die in der Gegenwart schwerpunktmäßig ökonomische Werte sind) um so einfacher [8].

 

 

2b) Zur Beschreibung der Sinndimension

 

Zur Definition von „Sinn“ benutzt Klessmann ein Zitat der Soziologen Peter L. Berger und Thomas Lockmann aus ihrem Werk „Modernität, Pluralismus und Sinnkrise“: „Sinn ist das Bewusstsein davon, dass zwischen Erfahrungen eine Beziehung besteht.“ [9] Sinn liegt also nicht vor, Sinn ist nicht da, sondern wird erklärt, zugesprochen, gegeben, gemacht. Sinn ist das Produkt einer Auseinandersetzung, einer Begegnung, eines Prozesses. Michael Klessmann und Kerstin Lammer weisen auf die Etymologie des Wortes hin: „Sinn kommt vom althochdeutschen sinnan, einen Weg gehen: Im Prozess des Gehens, d. h. der Beschäftigung ... mit etwas, mit jemand, kann Sinn entstehen.“ [10]

 

An dieser Stelle sei kurz angemerkt, dass Religion (und damit auch pastoralpsychologische Supervision) sich von der konstruktivistischen Sicht von Sinn als zu produzierendem und zu konstruierendem Sinn insofern unterscheidet als sie Sinn fundamentaltheologisch voraussetzt, indem sie Welt als Schöpfung Gottes beschreibt; zudem versteht christliche Glaube Gott als Ursprung, der sich in Jesus Christus in die Welt inkarniert. Religiös ist Sinn im Sein, man könnte sogar noch prononcierter sagen: In christlicher Sicht ist Sinn Sein (als Schöpfung) und Sein (als Schöpfung) Sinn.

 

Sinn wird in der Begegnung durch Kommunikation und Narration geschaffen. [11] Supervision ist insofern an der Produktion von Sinn beteiligt.

 

Wie die meisten Lebens- und Arbeitsprozesse Tendenzen von Partialisierung, Segmentierung und Flexibilisierung unterworfen sind, so auch die Sinngebung. Es gibt nicht mehr den einen großen, umfassenden Lebenssinn, den einen ein ganzes Leben umfassenden Sinn eines Lebens oder einer Arbeit, sondern kleinere Einheiten von Sinn, die immer wieder neu erschaffen werden (müssen). Vera Pirker umschreibt in ihrem Buch „Fluide und fragil. Identität als Grundoption zeitsensibler Pastoralpsychologie“ mit Hilfe von Einsichten des Sozialpsychologen Heiner Keupp die Stellung des Individuums in der Postmoderne u. a. mit folgenden Merkmalen: Menschen werden durch den Abbruch verlässlicher Traditionen „entbettet“, die Erwerbsarbeit wird brüchig, fragmentierte Erfahrungen werden zu Normalerfahrungen, virtuelle Welten schaffen neue Realitäten, die Halbwertzeit von Wissen verändert sich, Lebensformen pluralisieren sich, Geschlechterrollen ändern sich, die Lebenssinnsuche individualisiert sich. [12] In dieser Aufzählung wird die Schwierigkeit oder Unmöglichkeit der Erfahrung von Ganzheitlichkeit von Sinn umso deutlicher.

 

Klessmann greift die wissenssoziologische Unterscheidung von kleiner, mittlerer und großer Reichweite von Sinn auf. [13] Sinn kleiner Reichweite bezieht sich auf Alltagserfahrungen und wird mit Alltagslogik konstruiert. [14] Sinnfragen mittlerer Reichweite beziehen sich auf größere Lebensthemen wie Berufswahl oder Partnerwahl. Sinn großer Reichweite betrifft z.B. die hinter einer Partner- oder Berufswahl ruhenden Motive oder lebensprägende Erfahrungen wie Krankheit oder Sterben. [15] „Jeder Mensch trägt solche kleinen, mittleren und großen Antworthorizonte auf die Sinnfrage mit sich herum“ [16]; Sinn beeinflusst Wahrnehmung. Wie ein Mensch Sinn erschafft oder konstruiert und welchen Sinn er erschafft oder konstruiert, beeinflusst auch seine Wahrnehmung. Die Wahrnehmung eines Menschen geschieht nicht neutral, sondern orientiert sich an seinen Sinnkonstrukten. [17] „Dieser Zusammenhang von Sinnvorgaben und Ausrichtung der Wahrnehmung scheint mir zentral wichtig zu sein.“ [18] Klessmann beschreibt z.B. wie stark bis ins 20. Jahrhundert hinein Religion als großer Sinnzusammenhang das Leben und die Wahrnehmung des Lebens von Menschen geprägt hat. [19] Im Umkehrschluss kann man sagen, dass der Verlust von Religion als prägendem, umfassenden Sinnentwurf oder überhaupt der Verlust von weltanschaulichen Universalentwürfen die Wahrnehmung von Menschen genauso prägt. Oder positiv gesagt: dass die „Megatrends der Postmoderne“ [20], Pluralisierung und Individualisierung, die Wahrnehmung von Menschen ebenso prägen wie die Universalentwürfe von Sinn in der Moderne.

 

 

2c) Zur Bedeutung der Sinndimension für Supervision

 

Jede Supervisorin, jeder Supervisor lebt und arbeitet im eigenen Sinnhorizont und mit dem eigenen Sinnentwurf. Sich den eigenen Sinnentwurf klar zu machen, ihn in Frage zu stellen, sich von ihm stärken und aufrichten zu lassen, kann ein Beitrag zur Arbeit am eigenen Berufsethos sein, im Sinne der Schaffung einer professionellen Distanz zur eigenen Rolle und zum eigenen Tun (konstruktivistisch: der Beobachter 2. Ordnung, die Metaebene der Beobachtung), aber auch im Sinne der Selbstvergewisserung der eigenen Rolle und des eigenen Tuns. Selbstkritik wie Selbstvergewisserung können für die Supervisorin, den Supervisor in der Beschäftigung mit der Sinndimension wertvolle Ergebnisse zeitigen.

 

Der Supervisor, die Supervisorin können ihre Aufmerksamkeit für die Sinndimension ihrer Supervisanden schärfen. Was sind die Sinnentwürfe, die hinter dem aktuellen beruflichen Problem oder der aktuellen beruflichen Aufgabe verborgen sind und an ihnen teilhaben (einfach weil sie vorhanden sind und wirken)? Ist es sinnvoll, solche Sinnentwürfe anzusprechen? Kann es zum Thema der Supervision werden, bestehende Sinnkonstrukte zu bestätigen oder zu verändern oder neue zu entwickeln?

 

Klessmann weist auf den Zusammenhang von Sinnkonstrukten und Wahrnehmung hin (s.o.). Hier wäre z.B. eine Frage, ob mir meine konstruktivistische oder pastoralpsychologische Supervisionsschulung eventuell den Blick auf bestimmte Aussagen eines Supervisanden, die vielleicht nur in einem Nebensatz fallen oder schweigend ausgesprochen werden, öffnet oder versperrt. [21]

 

Klessmann weist auch darauf hin, dass unser Methodenwissen weltanschaulich geprägt ist. [22] Er fragt hier nach den übergreifenden Zielen von Supervision, die aus dem Orientierungswissen kommen könnten und nennt Kurt Lewin, der aufgrund seiner Erfahrungen in der Nazidiktatur seine Theorie der Gruppendynamik entwirft, um Menschen widerstandsfähiger gegen totalitäre Ansprüche zu machen. [23] In diesem Zusammenhang nennt Klessmann die vier Dimensionen des Supervisionsprozesses nach Wolfgang Weigand [24]: die berufliche Rolle des Supervisanden, die Organisation, in der er tätig ist, die Klienten, mit denen er es zu tun hat, und seine Person. Die „Dimension der Lebens- und Weltdeutung“ [25] würde Klessmann gerne als Hintergrund für die vier genannten Aspekte von Supervision betrachten, weil jeder der vier Dimensionen für sich und gemeinsam von der Sinndimension beeinflusst ist. [26]

 

 

3 a) Zum Beitrag der Pastoralpsychologie zur Sinndimension. Spezifika von Pastoralpsychologie

 

Der stärkste eigene Beitrag der Pastoralpsychologie zu der Frage nach Sinn ist die ihr inhärente besondere Sensibilität für die spirituelle Dimension des Menschen und des Lebens. [27] Spiritualität wird allgemein als essentielle Dimension des Menschen anerkannt. [28] Insofern ist die Sensibilität für Spiritualität (womit die Frage nach dem Sinn wesensmäßig verbunden ist) ein eigenständiger, unverzichtbarer Beitrag der Pastoralpsychologie zur Beschäftigung mit dem Sinnhorizont des Lebens. Pastoralpsychologie hat aufgrund ihrer Sensibilität für die Sinndimension eine besondere Aufmerksamkeit und Kompetenz „für die Sinndimension der Fragen ihrer Klientel“. [29]

 

Die inhaltliche Gestaltung des Beitrages der Pastoralpsychologie zur Sinndimension lässt sich in zwei großen Zusammenhängen beschreiben. Zum einen bietet Pastoralpsychologie ein eigenes Verständnis von Wirklichkeit, nämlich die christliche Perspektive auf Welt und Wirklichkeit. [30] Der christliche Referenzrahmen ermöglicht es, „viele Grundambivalenzen des Lebens in sich aufzunehmen“ [31] und sich deutend zu ihnen zu verhalten. Kerstin Lammer exemplifiziert diese Fähigkeit christlicher Wirklichkeitsdeutung anhand des Apostolischen Glaubensbekenntnisses, indem sie den Menschen als endlich/ begrenzt und zugleich auf Transzendenz hin angelegt, als gebrochen/gespalten und zugleich auf Liebe hin angelegt, als fragmentarisch/unvollendet und zugleich zur Teilhabe an der Ganzheit des Lebens bestimmt, beschreibt. [32] Klessmann beschreibt drei aus der christlichen Anthropologie abgeleitete Grundambivalenzen und stellt ihre Bedeutsamkeit sowohl für die Gegenwart als auch für supervisorische Praxis dar. [33]

 

Zum anderen weist Pastoralpsychologie besondere Kompetenzen in Hermeneutik und Methodik aus. Die theologische Ausbildung, die Voraussetzung für Pastoralpsychologie ist, vermittelt besondere Kompetenzen im Umgang mit Symbolen, Ritualen und der Auslegung von Texten. [34] Der Umgang mit Symbolen, Ritualen und Texten gehört zum Alltag von Theologinnen und Theologen. Insofern kommt der Pastoralpsychologie eine besondere hermeneutische Kompetenz zu. [35] Die Interdisziplinarität, die schon für die theologische Ausbildung charakteristisch ist (zur Ausbildung gehören u. a. historisch-kritische Textauslegung, Philosophie, Pädagogik), wird in der Pastoralpsychologie erweitert durch die Interdisziplinarität von Theologie und Psychologie. [36]

 

Zum Schluss möchte ich einige Aspekte aufzählen, die die katholische Prägung von Pastoralpsychologie als Spezifikum von Pastoralpsychologie hervorhebt. Interessant sind hier die Betonung der politischen Dimension von Pastoralpsychologie und die Beschreibung ihrer Stellung als Mittlerin zwischen Theorie und Praxis. Aus Platzgründen kann ich diese Aspekte nur benennen, nicht mehr ausführen:

 

Karl-Heinz Ladenhauf beschreibt „pastoralpsychologische Lernsituationen [Kontext ist die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Seelsorgenden] als Orte des einigermaßen ehrlichen Gesprächs, des Vertrauens, der gegenseitigen Aufmerksamkeit und der Solidarität, kurz: des Aufatmens für die Seele erfahrbar zu machen, als einen guten Ort der Kirche.“ [37] So könnte man auch eine Dimension von (nicht nur pastoralpsychologischer) Supervision bestimmen: als Unterbrechung der Arbeit (die als Supervision dennoch Arbeit bleibt), als Aufatmen in Situationen von Überforderung, die heute in vielen Berufen zum Berufsalltag gehören.

 

Ottmar Fuchs betont die Commitment-Dimension der Pastoralpsychologie. [38] Das Spezifikum von Pastoralpsychologie sieht er darin, dass sich in der Pastoralpsychologie Wissenschaft und Parteilichkeit verbinden, konkret Psychologie mit der Evangelium von Jesus Christus. [39] Pastoralpsychologie hat die Aufgabe, die religiöse Dimension in die weltliche Sprache als parteiliche Haltung zu übersetzen. [40] Pastoralpsychologie kommt zudem eine kritische, interdisziplinäre Funktion zu, indem sie die ethische Frage wissenschaftlich thematisiert. [41] Weiter bestimmt Fuchs Pastoralpsychologie als einen wissenschaftlichen Ort, an dem der Kontakt zwischen Humanwissenschaften und Theologie stattfindet. [42]

 

Heribert Wahl fordert, dass Pastoralpsychologie nicht nur eine praktisch-theologische Disziplin ist, sondern pastoralpsychologisches Denken eine Grundhaltung werden sollte, die alle Theologie prägt. [43] Pastoralpsychologie ist nämlich jene Disziplin, in der die Spaltung von Theorie und Praxis, von Theologie und Erfahrung, die bestimmend für die Theologie geworden ist, aufgehoben werden kann und aufgehoben wird. [44] Pastoralpsychologie stellt den Zusammenhang von Erfahrung und Theologie wieder her, sie lebt von diesem Zusammenhang.

 

Klaus Kiessling betont die Compassion-Dimension von Pastoralpsychologie. „’Compassion als pastoralpsychologische Kompetenz etikettiert die traditionsreiche Empathie nicht um, sondern führt sie weiter – als Mit-Betroffenheit, als politische Sensibilität und Parteilichkeit, als Berührbarkeit und Spiritualität des Samariters.“ [45]

 

 

3b) Zum Ertrag des Beitrags der Pastoralpsychologie zur Sinndimension für die supervisorische Praxis

 

Die religiöse Perspektive kann „neue Sichtweisen anstoßen“. [46] Direkt, indem religiöse Sprache benutzt wird, indirekt, indem Inhalte der christlichen Anthropologie angesprochen werden. [47]

Das Vorhandenensein eines eigenen expliziten Referenzrahmens der Supervisorin, des Supervsiors kann den Referenzrahmen von Klientinnen und Klienten aktivieren. [48]

Inhaltliche Bestimmungen, wie z.B. das Gebot, den Feiertag zu heiligen, können kritisch auf Verabsolutierungstendenzen von Arbeit einwirken. [49]

Die hermeneutische Kompetenz im Umgang mit Geschichten und Symbolen können Verstehenshorizonte für Klientinnen und Klienten öffnen, auch wenn sie den christlichen Deutungshorizont nicht teilen. [50]

Nur noch andeuten kann ich hier die Bedeutsamkeit einer Ambivalenzen umfassenden und Ambivalenzen integrierenden christlichen Grundhaltung, die umso geeigneter ist Kontingenz-, Differenz-, Transzendenzerfahrungen von Klientinnen und Klienten in der Supervision aufzunehmen. [51]

 

* Referat im Masterstudiengang Supervision 2016/2019 an der Evangelischen Hochschule Freiburg.

 

 

Literaturverzeichnis

 

Fuchs, Ottmar, Stand und Perspektiven der Pastoralpsychologe, in: Kiessling, Klaus (Hg): In der Schwebe des Lebendigen, Zum theologischen Ort der Pastoralpsychologie, Ostfildern, 2012, S. 33-46.

Kiessling, Klaus, Pastoralpsychologie auf dem Weg zu einer Compassion-Kultur, in: Kiessling, Klaus (Hg), In der Schwebe des Lebendigen. Zum theologischen Ort der Pastoralpsychologie, Ostfildern, 2012, S. 61-70.

Klessmann, Michael, Die Sinndimension in der Supervision, in: Supervision 2014/ 4, Supervision macht Sinn, S. 4-13.

Klessmann, Michael/ Lammer, Kerstin, Das Kreuz mit dem Beruf, Neukirchen-Vluyn, 2007

Ladenhauf, Karl-Heinz, Pastoralpsychologie als Diakonie, in Kiessling, Klaus (Hg), In der Schwebe des Lebendigen. Zum theologischen Ort der Pastoralpsychologie, Ostfildern, 2012, S. 28-32

Lammer, Kerstin, Beratung mit religiöser Kompetenz. Beiträge zu pastoralpsychologischer Seelsorge und Supervision, Neukirchen-Vluyn, 2012

Pirker, Vera: Fluide und fragil. Identität als Grundoption zeitsensibler Pastroralpsychologie, Ostfildern, 2013

Wahl, Heribert, Was ist und wozu brauchen wir heute die Pastoralpsychologie?, in: Kiessling, Klaus (Hg), In der Schwebe des Lebendigen. Zum theologischen Ort der Pastoralpsychologie, Ostfildern, 2012, S. 47-60

 

 


[1] Klessmann, Michael, Die Sinndimension in der Supervision, in: Supervision 2014/4, Supervision macht Sinn, S. 4-13

[2] Klessmann, S. 4

[3] Klessmann, S. 4

[4] Klessmann, S. 4.

[5] Klessmann, S. 5

[6] Klessmann, S. 5

[7] Stichworte: Flexibilisierung, Deregulierung, Dekonstruktion, Segmentierung nach marktwirtschaftlichen Prinzipien fast aller Arbeits- und Lebensbereich, Klessmann, 2004, S. 5

[8] „Meine Vermutung geht dahin, dass der von vielen in Psychotherapie und Supervision formulierte Selbstanspruch, sie arbeiteten wertneutral oder wertfrei, eine Selbsttäuschung darstellt, die de facto besonders anfällig macht für eine latente, also nicht erkannte Wert- und Sinnbestimmtheit“ (Klessmann, S. 6).

[9] Klessmann, S. 6, zitiert nach Peter L. Berger und Thomas Lockmann aus ihrem Werk „Modernität, Pluralismus und Sinnkrise“, Gütersloh, 1995, S. 11. Das Zitat taucht auch bei Klessmann/Lammer, S. 47, auf. Vgl. zur Etymologie des Wortes Sinn und zur Bestimmung von Sinn auch Pirker, S. 375.

[10] Klessmann/Lammer, S. 47

[11] Klessmann, S. 7

[12] Pirker, S. 42

[13] Klessmann, S. 7, vgl auch Klessmann/Lammer, S. 43

[14] Klessmann/ Lammer, S. 43

[15] Klessmann, S. 7; Klessmann/Lammer, S. 43

[16] Klessmann/Lammer, S. 43

[17] Klessmann, S. 8

[18] ebd

[19] Klessmann, S. 8

[20] Pirker, S. 32

[21] Klessmann, S. 8: Ein psychoanalytisch gelernter SV nimmt anderes wahr als ein systemisch gelernter, beide kommen zu anderen Schlussfolgerungen.

[22] Klessmann, S. 8: „Unser methodisches Instrumentarium ist nicht neutral, nicht wertfrei.“

[23] Klessmann, S. 9

[24] Klessmann, S. 9, Wolfgang Wiegand, Zur beruflichen Identität des Supervisiors, in: Supervision 11/1987, S. 29

[25] Klessmann, S. 10

[26] Klessmann, S. 10, „Die berufliche Problematik, die in die Supervision zur Debatte steht, erscheint in anderem Licht, wenn man auch die vorgängigen Sinnannahmen, die Supervisand und Supervisor in den Dialog mit einbringen, berücksichtigt“ (ebd.).

[27] Klessmann/Lammer, S. 53, und Lammer, 2012, S. 116

[28] Vgl. die Definition der WHO Definition of Palliative Care 2002

https://www.dgpalliativmedizin.de/images/stories/WHO_Definition_2002_Palliative_Care_englisch-deutsch.pdf oder die Bedeutung von Spiritualität im Bereich von spiritual care, https://www.palliative.ch/de/palliative-care/was-bedeutet-palliative-care/).

[29] Lammer, S. 116

[30] Klessmann/Lammer nennen es ein „materiales Sinndeutungsangebot“ (Klessmann/Lammer S. 56, kursiv im Original); vgl auch Lammer, S. 119, hier fett gesetzt; vgl. auch Klessmann S. 10).

[31] Klessmann/Lammer, S. 56, Glück-Unglück, Leben-Tod, Erfolg-Misserfolg usw.

[32] Lammer, S. 143, Klessmann/Lammer, S. 71

[33] Klessmann, S. 11-13. Die Grundambivalenzen sind Aktivität-Passivität, Autonomie-Bezogenheit, Ganzheit-Fragmentarität.

[34] Lammer, S. 16; vgl. Klessmann/Lammer, S. 58

[35] Lammer, S. 18; S. 23; S. 120-124; vgl. z.B. Anton  Boisens Verständnis des Menschen als living human document, dem der Seelsorger, die Seelsorgerin mit Auslegungskompetenz begegnet (Klessmann/Lammer, S. 53, S. 58).

[36] Kerstin Lammer benutzt das Bild von der Brille mit Gleitsichtgläsern. Man sieht durch die Gläser Theologie und Psychologie (Klessmann/Lammer, S. 54, und Lammer, S. 19).

[37] Ladenhauf, S. 32

[38] Fuchs, S. 37ff

[39] Fuchs, S. 37

[40] Fuchs, S. 38).

[41] vgl den Verweis auf die Traumaforscherin Simone Lindorfer, die mit vergewaltigten afrikanischen Frauen Traumaarbeit geleistet hat und sagt: " `Eine solche Arbeit könnte ich kaum an einer psychologischen Fakultät schreiben, weil dort weder die Genderoption noch eine Psychologie gefragt sind, die sich aus der Perspektive von Opfern rekonstruiert´", Fuchs, S. 38

[42] Fuchs, S. 39)

[43] Wahl, S. 47

[44] Wahl, S 48

[45] Kiessling, S. 65, kursiv im Original

[46] Klessmann, Lammer, S. 52

[47] Lammer, S. 118f und S. 142 - 149; Klesssmann/Lammer, S. 52; Klessmann 2004 S. 11 - 13

[48] Klessmann/Lammer S. 58

[49] Klessmann/Lammer S. 67

[50] hierzu ausführlich zum Umgang mit Geschichten Klessmann/Lammer, S. 56; zum Umgang mit Symbolen den Aufsatz von Lammer: "Zur Verwendung von Symbolarbeit und christlichem Traditionsgut in der Supervision" in: Lammer: Beratung mit religiöser Kompetenz, S. 150-156;

[51] Klessmann/Lammer S. 71 - 76


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