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Dietrich Bardens
Beethovenstraße 13, 67061 Ludwigshafen

 

David Safier, Jesus liebt mich, Roman

Kindler gebunden (ISBN: 978-3463405520),  16,90 

Rowohlt Tb. (ISBN: 978-3499248115 ), 8,95 €

 

 

Schon lange gab es kein derart amüsantes Buch mit theologischem Thema zu lesen. Wer nach langem Zögern (wegen der zunächst zu vermutenden Frömmelei) zu diesem Buch greift, bereitet sich ein großes Vergnügen, nimmt aber auch genug Denkanstöße mit.

 

Die Geschichte rankt sich um Marie, eine junge Frau, die so ziemlich alles im Leben in den Sand gesetzt hat. Auf Empfehlung von Pastor Gabriel, der sich später als auf eigenen Antrag humanisierter Erzengel entpuppt, repariert der sonderbare Zimmermann Joshua das marode Dach ihres Hauses. Es kommt, wie es kommen musste – they fall in love. Gott der Herr lässt sich in Gestalt von Emma Thomson sehen und erklärt Marie, aus dieser Liebe dürfe nichts werden. Der Auftrag Joshuas sei die Teilnahme am apokalyptischen Endkampf zum jüngsten Gericht – nächsten Dienstag. Er habe sich nur vorher noch ansehen wollen, was aus den Menschen geworden sei.

 

Allerlei Verwicklungen können nicht von der Grundfrage ablenken: Wie passen Gerichtshorizont und Gnade, Strafandrohung und grenzenlose Menschenliebe in der Gestalt Gottes zusammen? Das Thema ist in der Bibel angelegt, wo apokalyptischer Gerichtshorizont und Allgnade unvermittelt nebeneinander stehen – dagegen helfen alle Harmonisierungsversuche gutwilliger Theologen nichts. Und wer drückt sich nicht mehr oder weniger geschickt um diese zentrale Frage?

 

Safier drückt sich nicht. Er erzählt eine Lösung, die vollkommen überraschend kommt und an Klarheit und Eindeutigkeit nicht s zu wünschen übrig lässt.

Und jeder Leser hat noch stunden- oder tagelang zu denken über sein eigenes Gottesbild, seinen Glauben…

 

Das traut man dem angehenden Bestseller zunächst nicht zu. Der Autor hat sich schon einmal in „Mieses Karma“ an einem theologischen Begriff fröhlich entlang gehangelt und damit einen Bestseller gelandet. Am Ende entschleiert er dort das Nirwana in einer ganz eigenen Weise.

 

Theologie kann viel Spaß bereiten und breite, auch wenig kirchliche Schichten erreichen. Vielleicht denken durch diesen oft flapsigen Roman mehr Leute über ihren Glauben nach als durch noch so viele gut gemeinte fromme Traktate. Und sie werden nicht abgeschreckt: Kirche wird nicht problematisiert und Gott verhält sich nicht sonderlich religiös.

 


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