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Sabine Fritsch

 

Rezension

 

Martin Erhardt, Lothar Hoffmann, Horst Roos, Altenarbeit weiterdenken. Theorien – Konzepte – Praxis, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, 248 Seiten, 32,90 Euro

 

 

Arbeit mit alten Menschen ist von alters her ein genuiner, biblisch fundierter Bereich kirchlichen Engagements. In einer sich ständig verändernden Welt ist auch er einem Wandel unterworfen, nicht zuletzt gerade in den vergangenen Jahrzehnten. Aus gutem Grund sprechen Fachleute von einer Vielfalt des Alters, differenzieren längst zwischen dem „dritten“ und dem „vierten“ Lebensalter und attestieren seinen Vertretern höchst unterschiedliche Biographien und Bedürfnisse. Das bleibt nicht ohne Folgen für unsere Arbeit auf den verschiedenen Ebenen von Kirche.

 

Drei Fachleute aus der praktischen Seniorenarbeit haben in Zusammenarbeit mit anderen Menschen aus der Praxis und unter wissenschaftlicher Begleitung eine Fülle von aktuellem Material verarbeitet zu diesem mehr als gelungenen Fachbuch. Es bietet wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Herausforderungen zum Thema auf ganz neuem Stand. Durch die zahlreichen Quellenabgaben und Querverweise kann, wer mag, an bestimmten Punkten weiter und tiefer in eine bestimmte Materie eindringen (besonders geschickt: Hinweise auf Internetquellen). Für andere bietet es einen schnellen und trotzdem soliden Überblick über den derzeitigen Stand zu einzelnen Themen an, ohne dass man alles lesen müsste, was ja manchmal in der pfarramtlichen Praxis ein Zeitproblem darstellt. Die Publikation ist gegliedert in drei gut nachvollziehbar Teile (Zusammenhänge erkennen – Weichen stellen – Neue Wege beschreiten), die die Leser mit hineinnehmen sowohl in die theoretische Auseinandersetzung als auch einen Einblick gewähren in viele Projekte vor Ort, wie 22 Projektbeispiele aus der Pfalz und Hessen anschaulich belegen. Zentrale Bausteine wie „Ehrenamt“ , Lernen im Alter“, „Intergenerationelles Lernen“ „Seniorenbegleiter-Ausbildung“„Wohnen im Alter“, „Netzwerke“ , aber auch „Großelternschaft im Wandel“ werden eingehend betrachtet und geben viele Anregungen für die eigenen Praxis.

 

Das Fazit am Ende:“... Wir sind im Übergang zu einer „Gesellschaft des langen Lebens…“ und unsere kirchliche Altenarbeit befindet sich in einem Umbruch, der unterschiedliche Arbeitsformen erfordert. Eine neue Generation von Ehrenamtliche will angesprochen werden mit ihren besonderen Fähigkeiten und braucht Raum für selbstbestimmtes Engagement, wobei dieses erfahrungsgemäß am besten geschieht über deren eigene Interessen und Lebensthemen.

 

Auch das (Angst-)Thema Demenz erhält angemessenen Raum, und es wird bedacht, wie Betroffene und Angehörigen ihren Platz in der (christlichen) Gemeinschaft finden und behalten können.

 

Ein in seiner Vielfalt von Themen und deren Behandlung lohnendes Buch.

 


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